Omikron-Mutante: Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson entwickeln angepasste Impfstoffe

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Wie Impfstoffhersteller Biontech am Montag mitteilte, hat das Unternehmen bereits mit der Entwicklung eines neuen Corona-Impfstoffs begonnen, der gegen die Omikron-Variante wirksam sein soll. Das deutsche Biotechnologieunternehmen, das bei den Covid-19-Impfstoffen mit dem US-Pharma-Giganten Pfizer zusammenarbeitet, erklärte Business Insider USA, es habe „die Entwicklung eines angepassten Impfstoffs“ für Omikron eingeleitet, um „schnell voranzukommen“. Auch die Hersteller Moderna, Johnson & Johnson und Novavax machten entsprechende Ankündigungen.

Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt verfolgen Omikron – oder B.1.1.529, das zuerst im südlichen Afrika entdeckt wurde – genau. Gesundheitsexperten zufolge gibt es bei der Variante Anzeichen dafür, dass sie in höherem Maße übertragbar oder gefährlicher sein könnte als die bisher am meisten verbreitete Delta-Variante. Denn Omikron weist mehr als 30 Mutationen am sogenannten Spike-Protein auf – dem Ansatzpunkt der Impfstoffe und vieler Behandlungen. Experten befürchten daher, dass sie den Schutz durch eine Impfung oder Antikörperinfusion umgehen könnte. Noch ist allerdings relativ wenig über die neue Variante bekannt. Trotzdem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Omikron am Freitag als „besorgniserregend“ eingestuft.

Biontech: Impfstoff könnte innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden

Der Biontech-Sprecher sagte: „Wir verstehen die Besorgnis der Experten und haben sofort Untersuchungen zur Omikron-Variante (B.1.1.529) sowie die Entwicklung eines angepassten Impfstoffs als Teil unseres Standardverfahrens für neue Varianten eingeleitet.“ Die ersten Schritte bei der Entwicklung eines potenziellen neuen Impfstoffs würden sich jedoch überschneiden mit den nötigen Forschungsarbeiten, um festzustellen, ob eine neue Impfung benötigt wird. "Das Ziel dieses Ansatzes, der am vergangenen Donnerstag eingeleitet wurde, besteht darin schnell voranzukommen, wenn ein variantenspezifischer Impfstoff benötigt wird."

Der Sprecher fuhr fort: „Wir erwarten die Daten aus den Labortests in etwa zwei Wochen. Diese Daten werden mehr Informationen darüber liefern, ob es sich bei B.1.1.529 um eine Escape-Variante handeln könnte, die eine Anpassung unseres Impfstoffs erforderlich machen könnte, falls sie die Variante sich weltweit ausbreitet.“ Biontech hatte am Freitag mitgeteilt, dass es innerhalb von 100 Tagen neue Versionen seines Covid-19-Impfstoffs ausliefern könne, falls eine neue Variante auftaucht.

Das Unternehmen teilte "Bloomberg" mit, es entwickle einen neuen Impfstoff und teste gleichzeitig die bestehende Impfung, "um keine Zeit zu verlieren".

Auch Moderna, Johnson & Johnson und Novavax stehen in den Startlöchern

Auch die anderen Impfstoffentwickler bereiten sich auf den möglichen Fall vor, dass die Omikron-Variante zur nächsten großen Herausforderung der Pandemie wird. So gab der US-Hersteller Moderna am Freitag bekannt, dass er ebenfalls mit der Entwicklung einer Auffrischungsimpfung für seinen mRNA-Impfstoff begonnen hat. Schon zuvor hatte das Unternehmen klinische Studien zu Impfstoff-Updates gegen Mutationen der Beta- und Delta-Varianten gestartet, die auch in Omikron enthalten sind.

"Dies ist bei weitem die höchste Alarmstufe, die wir je hatten", erklärte Stephen Hoge, Präsident von Moderna, gegenüber der "Washington Post". Er bezeichnete die vielen Mutationen von Omikron als "eine Frankenstein-Mischung". Die Mutationen tragen ihm zufolge einige der Veränderungen, die schon bei Varianten wie Beta und Delta Alarm ausgelöst hatten. Und: Omikron habe zusätzliche Mutationen, die noch nicht gut untersucht sind, fügte er hinzu.

Frühere Laborstudien hatten gezeigt, dass die Impfstoffe weniger neutralisierende Antikörper gegen die Beta- und Delta-Varianten erzeugen. Diese geringeren Antikörperspiegel sind zwar immer noch schützend, aber einige Experten vermuten, dass der Schutz durch die Veränderungen schneller abnimmt.

Moderna geht laut "Bloomberg" davon aus, Anfang 2022 eine neue Version seiner Impfung zur Verfügung zu haben. Auch sie betonen, dass es in den nächsten zwei Wochen klar sein sollte, ob ihr aktueller Impfstoff ausreichenden Schutz auch gegen Omikron biete.

Weitere Hersteller folgten dem Beispiel: Der US-Hersteller Johnson & Johnson erklärte am Montag, dass er an einem Omikron-spezifischen Impfstoff arbeite. Und auch das Biotech-Unternehmen Novavax – dessen Corona-Impfstoff aktuell von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für eine Zulassung in der EU geprüft wird – gab am Freitag bekannt, mit der Entwicklung eines Omikron-Updates zu beginnen. Bei Bedarf könne er in wenigen Wochen getestet und hergestellt werden.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet. Die Originale findet ihr hier und hier.

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