Online-Hass: Depp-Fans beschimpfen Heards ehemalige Anwältin

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Der Prozess zwischen Amber Heard und Johnny Depp mag beendet sein, für die Beteiligten aber gehen die Anfeindungen weiter, das betrifft sogar Heards ehemalige Anwältin.

Anwältin Jennifer Robinson (rechts) vertrat Amber Heard 2020 vor Gericht, nun wird sie erneut heftig von den Depp-Fans attackiert.
Anwältin Jennifer Robinson (rechts) vertrat Amber Heard 2020 vor Gericht, nun wird sie erneut heftig von den Depp-Fans attackiert. (Bild: Karwai Tang/WireImage)

Jennifer Robinson ist eine renommierte Menschenrechtsanwältin. Die Australierin setzt sich für Meinungsfreiheit ein, sie verteidigte bereits 2010 Julian Assange und berät Medienorganisationen wie die New York Times oder CNN. Doch nun wird sie von einem Fall eingeholt, mit dem sie eigentlich gar nichts mehr zu tun hat.

Denn nach dem Urteil gegen Amber Heard schlägt die Welle der Anfeindungen aus den Reihen der Johnny Depp Fans nun auch über ihr zusammen. Robinson hatte Amber Heard 2020 vor einem britischen Gericht vertreten, im gerade beendeten Verfahren war die Star-Anwältin aber nicht involviert. Das hält die Depp-Anhänger aber nicht davon ab, Robinson in den Sozialen Medien aufs Übelste zu beschimpfen. Unter einem harmlosen Instagram-Post der Anwältin versammelten sich schnell zahlreiche diffamierende Kommentare.

Hass-Kommentare unter Skyline-Foto

Robinson hatte ein Foto der Londoner Skyline bei Nacht gepostet. Doch in den Kommentaren hinterließen Dutzende User*innen den Hashtag #justiceforjohnny. Manche bezeichneten Robinson auch als Männerhasserin.

Für die Menschenrechtsanwältin dürfte das ein ziemlich unangenehmes Déjà-vu gewesen sein. Denn sie sah sich schon vor zwei Jahren Anfeindungen des Depp-Lagers ausgesetzt. Damals hatte sie Heard vertreten, nachdem diese Johnny Depp in der britischen Zeitung "The Sun" als "Frauenschläger" bezeichnet hatte. Depps Klage wurde damals abgewiesen.

Beschimpfungen und Morddrohungen

Danach allerdings begannen die frauenfeindlichen Anfeindungen online gegen Robinson. In einem Interview mit der "Daily Mail" erzählte sie 2020 sogar von Morddrohungen, die sie während des Gerichtsprozesses erhielt. Zeitweise standen sie und Heard sogar unter Polizeischutz. Und auch jetzt kennt die Wut der Depp-Fans offensichtlich keine Grenzen. Unter ihrem Skyline-Bild wünschen ihr User*innen sie solle "im Knast verrotten". Ein User forderte Robinson sogar zum Suizid auf. Die Anfeindungen gegen die Anwältin zeigen einmal mehr, wie weit sich der Fall Heard vs. Depp mittlerweile von einem reinen Gerichtsprozess und der Frage um Schuld und Unschuld entfernt hat. Und wie heftig sich der Hass gegen Frauen insbesondere in den Sozialen Medien immer wieder entlädt.

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