Opec lässt Ölfördermenge unverändert

1 / 3
Raffinerie in Doha

Die Ölfördermenge der Opec-Staaten bleibt auf dem bisherigen Niveau. Es gebe "keine Veränderung", sagte der kuwaitische Ölminister Ali al-Omair in Wien nach Gesprächen mit seinen Kollegen aus den anderen Mitgliedstaaten. Damit fördern die zwölf Länder weiterhin insgesamt 30 Millionen Barrel pro Tag. Der Ölpreis in London gab nach der Entscheidung weiter nach. Der russische Rubel fiel.

Nur kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung der Opec verlor der Rubel gegenüber dem Euro 2,1 Prozent und gegenüber dem US-Dollar 2,4 Prozent. Für einen Euro müssen damit 60,01 Rubel gezahlt werden, das ist nahe dem Rekordhoch von Anfang November.

Eine Beibehaltung des Status Quo hatte sich bereits abgezeichnet, da über eine Reduzierung der Fördermenge kein Konsens unter den Mitgliedern der Opec herrschte. Entzündet hat die Debatte der jüngste Preissturz: Seit dem Sommer wurde Rohöl an den Weltmärkten um mehr als 30 Prozent billiger. Hintergrund sind ein wachsendes Angebot und zugleich eine schwächelnde Nachfrage.

Auch während der Gespräche in Wien und nach Bekanntwerden der Entscheidung fielen die Preise weiter. In London kostete ein Barrel (159 Liter) der europäische Referenzsorte Brent aus der Nordsee am Nachmittag nur noch 74,36 Dollar (59,57 Euro); die US-Sorte West Texas Intermediate wurde für 70,87 Dollar gehandelt. In beiden Fällen war dies der niedrigste Preis seit August 2010.

Der Umgang mit dem Preisverfall hatte die Opec gespalten. Einige Mitglieder, darunter Venezuela, plädierten für eine Reduzierung der Fördermenge, um die Preise nach oben zu treiben. Der venezolanische Außenminister Rafael Ramírez sagte vor Beginn der Gespräche in Wien, es seien rund zwei Millionen Barrel pro Tag zu viel im Markt. Auch der iranische Ölminister Bischan Namdar Sanganeh erklärte, es müsse etwas unternommen werden, um den Markt kurzfristig zu beeinflussen.

Dagegen sagte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail al-Masruei, der Markt werde sich selbst stabilisieren. Minister Al-Omair aus Kuwait erklärte, selbst eine Reduzierung der Opec-Fördermenge werde das Überangebot im Markt nicht aufwiegen. Der besonders einflussreiche saudi-arabische Ölminister Ali al-Nuaimi äußerte sich vor der Sitzung in Wien nicht, hatte aber schon im Vorfeld seine Ablehnung einer niedrigeren Fördermenge deutlich gemacht.

Nach Ansicht von Analysten sieht Saudi-Arabien mit einer gewissen Zufriedenheit, wie die Fracking-Industrie insbesondere in den USA unter dem niedrigen Ölpreis ächzt. Laut dem saudischen Analysten Abdelwahab Abu-Dahesch ist Saudi-Arabien stark genug, um den niedrigen Ölpreis "zwei bis drei Jahre" lang durchzustehen. Das gilt aber nicht für alle Opec-Staaten. Venezuela etwa leidet stark unter dem Preisverfall.