Opfer und Angehörige sagen erstmals im Prozess zu Pariser Anschlägen aus

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Gedenkstätte in der Nähe des Bataclan (Bild: Siegfried Modola/Getty Images)
Gedenkstätte in der Nähe des Bataclan (Bild: Siegfried Modola/Getty Images)

Im Prozess zu den Pariser Anschlägen vom November 2015 haben am Dienstag erstmals Opfer und Angehörige ausgesagt.

"Ich hoffe, ich werde nicht weinen", sagte Bilal Bley Mokono kurz vor Beginn der Gerichtsverhandlung dem französischen Sender LCI. Er war bei dem Anschlag am Fußballstadion verletzt worden und sitzt deshalb im Rollstuhl.

Bei den islamistischen Anschlägen an einem Fußballstadion, auf Straßencafés und im Konzertsaal Bataclan waren 130 Menschen getötet worden, 350 wurden verletzt. Etwa 300 Betroffene sollen in den kommenden fünf Wochen ihre Erlebnisse schildern, im Schnitt etwa 15 am Tag. Für viele von ihnen werden dies vermutlich schwere und schmerzhafte Minuten werden.

"Das verändert einen komplett"

"Eine Bombe, die direkt vor einem explodiert, das verändert einen komplett", sagte Noureddine, Vater einer jungen Frau, die sich in einem der Straßencafés befand, als die Angreifer in die Menge feuerten. Manche der Opfer, die vor Gericht aussagen, erhoffen sich eine Erleichterung. "Ich tue das für mich. Ich glaube, dass es mir danach besser geht", sagte Carole Damiani.

In dem Prozess müssen sich 20 mutmaßliche Attentäter und Helfer verantworten. Hauptangeklagter ist das einzige noch lebende Mitglied der Kommandos, der 32 Jahre Franko-Marokkaner Salah Abdeslam. Urteile werden im Mai 2022 erwartet.

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