Mindestens zwei Tote bei Massenprotesten gegen Präsident Maduro in Venezuela

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Ein 17-Jähriger und eine 23-Jährige starben durch Kopfschüsse

Bei erneuten Massenprotesten gegen Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro sind am Mittwoch mindestens zwei Menschen getötet worden. Tausende Menschen versammelten sich unter anderem in der Hauptstadt Caracas zu einer Demonstration gegen den Sozialisten. Zuvor hatte Maduro die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft, um das Land vor einem "Putsch" zu schützen.

Ein 17-Jähriger sei durch eine Kugel am Kopf schwer verletzt worden, verlautete aus Medizinerkreisen. Später sei er im Krankenhaus gestorben. Laut Augenzeugen feuerte ein Unbekannter von einem Motorrad aus den tödlichen Schuss ab. Auch in San Cristóbal im Westen des Landes wurde einer 23-jährigen Frau in den Kopf geschossen, wie aus der Staatsanwaltschaft verlautete. Die Opposition wirft Anhängern Maduros vor, gezielt gegen Demonstranten vorzugehen.

Bei den jüngsten Protesten in Caracas und anderen Städten hatte es immer wieder Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mindestens sieben Menschen bei den Protesten getötet.

Einige der Demonstranten verbrannten am Mittwoch in der Hauptstadt eine Maduro-Puppe. Die Demonstranten, die unter anderem vorgezogene Neuwahlen fordern, zogen von 26 Punkten in der Hauptstadt zum Regierungssitz ins Zentrum. Dort fand eine Gegendemonstration von Maduro-Anhängern statt, bei der auch der Staatschef das Wort ergriff.

Am Dienstagabend hatte Maduro mitgeteilt, er habe den "Plan Zamora" aktiviert, der militärische, politische und zivile Maßnahmen zur Stärkung der nationalen Sicherheit vorsieht. Der Präsident kündigte die Stationierung von Soldaten im ganzen Land sowie die Stärkung regierungstreuer Milizen an. Jedes der 500.000 Mitglieder der Milizen brauche "ein Gewehr", um gegen eine mögliche "ausländische Intervention" vorzugehen, sagte Maduro.

Der frühere Generalmajor Cliver Alcalá erklärte, die Aktivierung des "Plans Zamora" diene anscheinend dazu, die oppositionellen Demonstranten einzuschüchtern. US-Außenamtssprecher Mark Toner rief die venezolanische Regierung auf, friedliche Kundgebungen nicht zu unterbinden.

Maduro warf den Regierungsgegnern und den USA vor, einen Staatsstreich zu organisieren. Die US-Regierung habe grünes Licht gegeben für den Putsch, sagte der sozialistische Staatschef bei einem Treffen mit Regierungsvertretern und der Armeeführung.

Er verkündete die Festnahme eines "Anstifters" eines von der Opposition angezettelten "Militärkomplotts". Zudem sei eine "bewaffnete Oppositionsgruppe" festgenommen worden, die an der Demonstration habe teilnehmen wollen. Später sprach Maduro vor Anhängern in Caracas von mehr als 30 Festnahmen.

Parlamentspräsident Julio Borges sagte, es sei an der Zeit, dass sich die Armee hinter "die Verfassung und das Volk" stelle. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López versicherte dagegen Maduro die "bedingungslose Loyalität" der Armee. Maduro rief zur Festnahme von Borges wegen "Aufrufs zum Staatsstreich" auf.

Die Regierungsgegner in dem ölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit langem andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung zu dessen Amtsenthebung. Außerdem fordert die Opposition einen Termin für die verschobenen Regionalwahlen.

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