Organisatorin von Bürgerdebatte mit "Gelbwesten" in Frankreich gibt auf

Macrons "Bürgerbeauftragte" Jouanno gibt auf

Die Organisatorin der geplanten Debatte mit den "Gelbwesten" in Frankreich gibt auf: Die Staatsbeamtin Chantal Jouanno sagte am Mittwoch dem Sender France Inter, sie werde den ab Mitte Januar vorgesehenen Bürgerdialog nicht leiten. Die Kritik an ihrem Gehalt von fast 15.000 Euro monatlich sei "legitim". Der Rückzieher der 49-Jährigen gilt als Dämpfer für Präsident Emmanuel Macron, der Jouanno mit der Mission beauftragt hatte.

Mit dem Bürgerdialog wollte Macron die Proteste der "Gelbwesten" kanalisieren. Dabei sollte es unter anderem um Forderungen wie die Senkung von Steuern und die Verbesserung der Kaufkraft der Bürger gehen. Die "Gelbwesten" verlangen zudem eine Volksabstimmung über die Ergebnisse der Diskussionen.

Jouanno sagte, die soziale Gleichberechtigung sei ein Schlüsselthema bei den "Gelbwesten". "Wie wollen Sie eine Debatte leiten und zugleich das Gefühl der Ungerechtigkeit verkörpern?", sagte sie.

Die ab dem 15. Januar geplante Debatte wird durch die Nationale Kommission für die Öffentliche Debatte organisiert (CNDP), die als unabhängige Behörde seit 1995 den Dialog der öffentlichen Hand mit den Bürgern erleichtern soll, etwa zu Verkehrsprojekten oder bei der Müllentsorgung.

Ihren Posten an der Spitze der Behörde gibt Jouanno aber nicht auf, wie sie nun klarstellte. Dort bezieht die frühere Sportministerin von Präsident Nicolas Sarkozy ein monatliches Bruttogehalt von 14.666 Euro.