Diese Gewinner haben ihren Oscar verloren

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Für einen Schauspieler gibt es nichts Schöneres, als seinen Namen zu hören, nachdem die magischen Worte "And the Oscar goes to..." gefallen sind. Diesen kleinen Goldjungen in Händen zu halten ist unbeschreiblich und am liebsten möchte man ihn nie wieder hergeben. Dennoch ist es einigen Oscar-Gewinnern bereits gelungen, ihre Trophäe zu verlieren.

Angelina Jolie, Marlon Brando und Colin Firth gehören zu denjenigen, die ihren Oscar schon einmal verloren haben. (Ken Hively/Los Angeles Times via Getty Images. AP Foto. AP Foto/Matt Styles)
Angelina Jolie, Marlon Brando und Colin Firth gehören zu denjenigen, die ihren Oscar schon einmal verloren haben. (Ken Hively/Los Angeles Times via Getty Images. AP Foto. AP Foto/Matt Styles)

Sie sind die begehrteste Auszeichnung in Hollywood: Die Oscar-Statuen. Diese haben zwar nicht gerade einen hohen Materialwert, aber für diejenigen, die einen erhalten haben, sind sie unbezahlbar.

Zumindest denkt man das. Aber dass Stars ihre Oscars verlieren, wegwerfen oder schlichtweg verschenken, kommt häufiger vor, als man denkt.

Hier sind zehn unvorsichtige Oscar-Gewinner, denen ihr kleiner Goldjunge abhandengekommen ist:

Jared Leto

2014 erhielt Jared Leto einen Oscar für seine Rolle als bester Nebendarsteller im AIDS-Drama Dallas Buyers Club. Und man könnte denken, dass dieser zu seinen wertvollsten Besitztümern gehörte. Allerdings hat der Schauspieler keine Ahnung, wo er ist. Er sagt, bei seinem letzten Umzug sei die Statue "irgendwie auf magische Weise verschwunden".

Jared Leto mit seinem Oscar als bester Nebendarsteller im Film
Jared Leto mit seinem Oscar als bester Nebendarsteller im Film "Dallas Buyers Club". (Bild: Getty Images)

"Er ist seit etwa drei Jahren verschwunden und das war mir gar nicht aufgefallen", sagte der Schauspieler, als er 2021 in der Late Late Show With James Cordon zu Gast war. "Ich glaube nicht, dass es mir jemand sagen wollte. Alle haben überall danach gesucht und ich hoffe einfach, er befindet sich, wo auch immer er ist, in guten Händen, aber wir haben ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen."

Angelina Jolie

Jolie schwebte im Jahr 2000 auf die Bühne, um ihren Oscar als beste Nebendarstellerin in Durchgeknallt entgegenzunehmen. Sie behauptet, sie habe sich sehr geehrt gefühlt, damit ausgezeichnet zu werden, aber sie gesteht auch, dass sie keine Ahnung hat, wo sich ihr Oscar befindet.

Beste Nebendarstellerin Angelina Jolie in
Beste Nebendarstellerin Angelina Jolie in "Durchgeknallt". (Bild: Getty Images)

"Ich habe ihn seit dem Tag, an dem ich ihn erhielt, nicht mehr gesehen", sagt sie. "Ich halt mich nicht an Auszeichnungen fest, da ich glaube, es ist gut, sie nicht um sich zu haben". 

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Die Schauspielerin gab den Oscar ihrer Mutter, Marcheline Bertrand, die 2007 leider verstarb. Den Aufenthaltsort der Statue nahm sie wahrscheinlich mit ins Grab.

Jennifer Lawrence

Lawrence ist eine weitere Schauspielerin, die glaubt, sich einen Oscar hinzustellen, sei ein schlechtes Omen. Als sie 2013 als beste Hauptdarstellerin für Silver Linings ausgezeichnet wurde, reichte J-Law den Oscar direkt an ihre Mutter Karen weiter, die ihn mit zurück ins Haus der Familie in Kentucky nahm.

Jennifer Lawrence mit ihrer Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in
Jennifer Lawrence mit ihrer Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "Silver Linings". (Bild: Getty Images)

"Ich weiß nicht, wo er ist", sagt Lawrence. "Ich glaube, er könnte in Kentucky sein. Falls nicht, dann ist er weg, ich habe ihn nicht." Das überrascht uns nur wenig, denn es kommt von der liebenswert schlaksigen Schauspielerin, die auf dem Weg zur Oscar-Bühne stolperte und bei der Begegnung mit Jack Nicholson auf der After-Party fast einen Herzinfarkt bekam.

Bing Crosby

Der White Christmas-Sänger Bing Crosby (1903 - 1977) wurde 1944 als bester Hauptdarsteller für den Film Going My Way ausgezeichnet und da er so ein fröhlicher Kerl war, stimmte er zu, dass die Statue in seiner Alma Mater, der Gonzaga University ausgestellt werden dürfe. Dort blieb sie bis 1972, als aufmerksamen Studierenden auffiel, dass Bings Oscar durch eine winzige Mickey Maus-Figur ausgetauscht worden war.

Bing Crosby (r.) mit seinem Oscar als bester Hauptdarsteller, 1945. (Foto: Getty Images)
Bing Crosby (r.) mit seinem Oscar als bester Hauptdarsteller, 1945. (Foto: Getty Images)

Es war nicht wirklich ein Jahrhundertverbrechen – die Auszeichnung tauchte eine Woche später unversehrt in der Kapelle der Universität wieder auf. Es stellte sich heraus, dass das Ganze lediglich ein Studenten-Streich gewesen war. "Ich wollte die Leute einfach zum Lachen bringen", schrieb der Dieb anonym in der Zeitung der Uni. Es wurde nie bestätigt, ob er sein Ziel erreicht hatte.

Marlon Brando

Tollpatsch Marlon Brando (1924 - 2004) behauptete in seiner Autobiografie, er habe beide Oscars, die er bekommen habe, verloren. "Ich weiß nicht, was mit dem Oscar geschehen ist, den sie mir für Die Faust im Nacken gegeben haben", schrieb er. "Irgendwo im Laufe der Zeit ist er verschwunden."

Oscar-Gewinner Marlon Brando posiert bei der 27. Oscar-Verleihung 1955 mit seiner Statue für den Film
Oscar-Gewinner Marlon Brando posiert bei der 27. Oscar-Verleihung 1955 mit seiner Statue für den Film "Die Faust im Nacken". (Foto: AP)

Und was geschah mit seinem Oscar für Der Pate, den 1973 die Indianer-Aktivistin Sacheen Littlefather entgegennahm? "Die Motion Picture Academy hat ihn mir eventuell geschickt, aber wenn sie es getan hat, weiß ich nicht, wo er jetzt ist."

Alice Brady

Die Vorkriegsschauspielerin Alice Brady (1892 - 1939) war 1938 leider zu krank, um auf die Bühne zu kommen und ihre Auszeichnung als beste Nebendarstellerin im Film In Old Chicago entgegenzunehmen. Deshalb wurde der Preis in ihrem Namen angenommen.

Alice Brady in dem Film
Alice Brady in dem Film "In Old Chicago" von 1937. (Foto: Getty Images)

Das einzige Problem war: Niemand hatte eine Ahnung, wer der Mann auf der Bühne war. Und nachdem er diese schnell verlassen hatte, kam heraus, dass er nicht zu Bradys Team gehörte, sondern lediglich ein schlimmer Finger gewesen war, der sein Glück versucht hatte.

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Der Mann wurde nie identifiziert und der Oscar nie wieder gesehen. Tragischerweise verstarb Brady bevor sie ihre Ersatz-Statue entgegennehmen konnte.

Matt Damon

Die gemeinsame Auszeichnung rückte ein wenig in den Hintergrund, denn sein Freund Ben Affleck gewann 2013 auch noch den Oscar für den besten Film für Argo. Aber Matt Damon ist relativ lässig was seinen Oscar betrifft, den er als Mitautor für das Drehbuch zu Good Will Hunting bekam. Tatsächlich weiß er nicht einmal, wo dieser ist.

Ben Affleck (l.) und Matt Damon reagieren auf ihre Auszeichnung für das beste originale Drehbuch
Ben Affleck (l.) und Matt Damon reagieren auf ihre Auszeichnung für das beste originale Drehbuch "The Good Will Hunting". (Foto: Getty Images)

"Ich weiß, dass er in meiner Wohnung in New York war", sagt der Schauspieler. "Leider hatten wir eine Überschwemmung als einer der Sprinkler losging, als meine Frau und ich nicht in der Stadt waren. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe." Die Polizei schließt zum jetzigen Zeitpunkt einen Streich von George Clooney nicht aus.

Hattie McDaniel

Der Vom Winde verweht-Star Hattie McDaniel (1895 - 1952) war die erste schwarze Schauspielerin, die einen Oscar erhielt. Da dies jedoch noch vor dem Zweiten Weltkrieg war, bekamen die Preisträgerinnen in den Kategorien Beste Nebendarstellerin und Beste Darstellerin noch keine Statue, sondern lediglich eine Plakette.

Hattie McDaniel, links, erhielt einen Oscar als beste Nebendarstellerin in Vom Winde verweht. (Foto: Getty)
Hattie McDaniel, links, erhielt einen Oscar als beste Nebendarstellerin in Vom Winde verweht. (Foto: Getty)

In ihren späten Jahren, als sie schwer erkrankte, schenkte McDaniel ihre Oscar-Plakette der Howard University in Washington D.C. Dort wurde sie stolz ausgestellt, verschwand jedoch in den 1960ern. 

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Manche behaupten, sie verstaube in irgendeinem Lagerschank, während andere behaupten, sie sei von rassistischen Aktivisten gestohlen oder zerstört worden.

Colin Firth

Wir alle haben das schon einmal erlebt: Unterwegs schnell mal aufs Klo und dann später erst festgestellt, dass wir unser Handy auf dem Spülkasten liegengelassen haben. Colin Firth erging es genauso, nur dass man in seiner Geschichte "Handy" mit "Oscar für besten Hauptdarsteller" ersetzen muss.

Colin Firth posiert 2011 Backstage mit seinem Oscar als bester Hauptdarsteller in
Colin Firth posiert 2011 Backstage mit seinem Oscar als bester Hauptdarsteller in "The King's Speech – Die Rede des Königs". (Foto: AP)

Nach einer durchzechten Nacht mit vielen Cocktails vergaß ein beschwipster Firth seinen Oscar für The King’s Speech – Die Rede des Königs bei einer After-Party auf dem Klo. Eine Klofrau wies ihn dann darauf hin, die zum Glück richtig vermutete, dass es sich dabei nicht um Trinkgeld handelte. Und Colin ist nicht der Einzige: Auch Meryl Streep und Audrey Hepburn haben ihre Oscars schon einmal auf dem Klo vergessen.

Whoopi Goldberg

Eine der bizarreren Geschichten von Oscar-Verschwinden stammt von Whoopi Goldberg, die 1991 als beste Nebendarstellerin im Film Ghost – Nachricht von Sam ausgezeichnet wurde. Elf Jahre später beschloss Whoopi, dass ihr Oscar etwas angestaubt aussehe. Sie schickt ihn also an das Unternehmen, das die Statuen herstellt. Aber dort kam er nie an. Jemand hatte das Paket abgefangen und sich den Inhalt geschnappt.

Whoopi Goldberg mit ihrem Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in
Whoopi Goldberg mit ihrem Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in "Ghost – Nachricht von Sam". (Foto: AP)

Die Schuld schien jedoch zu groß für den anonymen Dieb gewesen zu sein. Er entsorgte die Statue in einem Mülleimer am Flughafen von Ontario. Vielleicht hatte er Angst, dass diese beim Scannen auffallen und zu unangenehmen Fragen führen könnte, wie "Warum haben Sie Whoopi Goldbergs Oscar?"

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