Oscarhoffnung "Werk ohne Autor" feiert Free-TV-Premiere

(rto/spot)
·Lesedauer: 2 Min.
"Werk ohne Autor": Der junge Maler Kurt Barnert (Tom Schilling) sucht seinen Stil. (Bild: ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Nadja Klier)
"Werk ohne Autor": Der junge Maler Kurt Barnert (Tom Schilling) sucht seinen Stil. (Bild: ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Nadja Klier)

Mit "Werk ohne Autor" ging Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck (47, "Das Leben der Anderen") 2019 ins Rennen um einen Oscar, musste sich dann aber der Konkurrenz geschlagen geben. Am Montag (28. Dezember) feiert das hochgelobte Drama seine Free-TV-Premiere um 20:15 Uhr im Ersten.

Darum geht es in "Werk ohne Autor"

Die Geschichte des Films erstreckt sich über drei Epochen, ist inspiriert von wahren Ereignissen und schildert das Leben des Künstlers Kurt Barnert (Tom Schilling, 38). Er ist in der DDR der 1950er Jahre auf dem Weg, ein bedeutender Künstler des Sozialistischen Realismus zu werden.

An der Kunstakademie in Dresden lernt er die Modestudentin Ellie (Paula Beer, 25) kennen und lieben. Schnell zieht er zu ihrer Familie. Allerdings bekommt er mit ihrem Vater, dem Frauenarzt Professor Seeband (Sebastian Koch, 58), einen eiskalten Gegenspieler, der ihn nicht nur vernichten will, sondern sich auch wegen NS-Verbrechen unter falschem Namen versteckt hält.

Erneute Zusammenarbeit und zerplatzte Oscarträume

"Werk ohne Autor" war bei den Oscars 2019 in den Kategorien "Bester fremdsprachiger Film" und "Beste Kamera" nominiert. Beide Preise angelte sich aber das mexikanische Drama "Roma" von Alfonso Cuarón (59). Für Florian Henckel von Donnersmarck wäre es der zweite Goldjunge gewesen. Den ersten gab es 2007 für das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen".

Auch hier spielte Sebastian Koch eine Hauptrolle. "Es ist schön, wenn man jemanden so gut kennt. Das noch einmal anzugehen in dieser Konstellation ist großartig und wunderbar", sagte Koch im Interview mit spot on news über die erneute Zusammenarbeit.

Er sei relativ früh in das Projekt eingebunden worden, erinnerte er sich weiter. "Bevor er [Florian Henckel von Donnersmarck] angefangen hat zu schreiben, hat er mir schon die Geschichte erzählt. Ich fand es auf Anhieb sehr spannend und passend für ihn. Ich habe nicht gezögert, zuzusagen. Als ich das Drehbuch schließlich gelesen habe, war ich begeistert von dieser spannenden und fein durchdachten Geschichte. Zudem ist meine Figur schauspielerisch extrem reizvoll", so Koch.

Besonders gereizt habe Sebastian Koch zu verstehen, was Professor Seeband antreibe. "Er muss einem enormen Druck standhalten. Er ist kein zärtlicher Mensch, sondern ziemlich einsam und durchdrungen von dieser Ideologie und dem tiefen Glauben, dass das, was er macht, richtig ist. Da hat nichts anderes Platz. Ähnlich wie ein Schachspieler, der drei, vier Züge im Voraus berechnet und auf alles vorbereitet ist. Er will und muss immer gewinnen."