In Ostdeutschland - Bahn streicht mehrere Fernzüge - was das für Reisende bedeutet

Die Deutsche Bahn plant offenbar, Fernzüge zu streichen – besonders in Ostdeutschland.<span class="copyright">IMAGO/Hanno Bode</span>
Die Deutsche Bahn plant offenbar, Fernzüge zu streichen – besonders in Ostdeutschland.IMAGO/Hanno Bode

Paukenschlag von der Deutschen Bahn! Das Unternehmen streicht offenbar ab kommendem Jahr mehrere Strecken. In vielen ostdeutschen Städten halten dann sogar keine Fernzüge mehr. FOCUS online sagt, was das für Reisende bedeutet.

In einem internen Schreiben an die Bundesnetzagentur informiert die Bahn über die geplanten Streckenstreichungen, berichtet der „Spiegel“. Demnach sollen ab dem kommenden Jahr folgende Strecken gestrichen werden:

  • Norddeich Mole - Münster - Dortmund - Siegen - Frankfurt (Intercity-Linie 34)

  • Gera - Weimar - Erfurt - Gotha - Kassel - Dortmund - Köln (Intercity-Linie 51)

  • Karlsruhe - Stuttgart - Aalen - Crailsheim - Nürnberg - Leipzig (Intercity-Linie 61)

Betroffen sind die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen.

Darum streicht die Bahn die wichtigen IC-Strecken

Brisant! Die Streichungen erfolgen nicht, weil es auf den Strecken Baustellen gibt, sondern aus Kostengründen. Unternehmenskreisen zufolge sind die Preise für die Nutzung der Strecke auf allen drei Strecken gestiegen. Hintergrund sind die geplanten Trassenpreiserhöhungen. Dies führe nun „zu einer Marktverdrängung“ im Fernverkehr, schreibt der Bahn-Manager in dem Brief.

Gleichzeitig will die Bahn weniger ICEs in Richtung Stralsund an der Ostsee schicken. In der Nebensaison soll das Angebot stark ausgedünnt werden. Das hätte auch Auswirkungen auf die Preise, denn wenn sich das Angebot auf weniger Züge verteilt, ziehen die Preise automatisch an. Offenbar wollte die Bahn auch die Intercity-Verbindung zwischen Dresden und Rostock ausdünnen. Die Landespolitik schaltete sich ein und konnte diese Pläne verhindern, so „Spiegel“

Preise für Buslinien ziehen an

Für Reisende bedeutet das Wegfallen der beliebten Intercity-Linien vor allem eines: höhere Kosten und weniger Komfort.

Die Alternativen? Nicht wirklich verlockend. Der Ausbau der ICE-Verbindungen in bestimmte Regionen klingt zwar gut, bedeutet aber nicht, dass diese Züge überall halten, wo es die gestrichenen ICEs taten. Und während die Fernbusse eine günstigere Alternative bieten könnten, sind auch hier Preisanstiege zu erwarten - ganz zu schweigen von längeren Fahrtzeiten und geringerem Komfort.

Reisende in Ostdeutschland stehen vor einer besonders harten Nuss, denn sie müssen mit deutlichen Einschränkungen im Zugverkehr rechnen.