Oster-Lockdown: Ansturm befürchtet

(eee/spot)
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Dem Lebensmitteleinzelhandel droht vor Ostern ein Ansturm. (Bild: Herr.Stock / Shutterstock.com)
Dem Lebensmitteleinzelhandel droht vor Ostern ein Ansturm. (Bild: Herr.Stock / Shutterstock.com)

Die von Bund und Ländern angeordnete "Ruhezeit" über die Osterfeiertage sorgt im Lebensmitteleinzelhandel für Wirbel. Sowohl am 1. April (Gründonnerstag) als auch am 3. April (Ostersamstag) soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitestgehend heruntergefahren werden. Lebensmittelläden dürfen lediglich am Ostersamstag ihre Türen öffnen. Droht jetzt ein riesiger Ansturm?

Aldi Süd: "Vorausschauend planen und zügig einkaufen"

"In der Kalenderwoche vor Ostern ist die Kundenzahl erfahrungsgemäß sehr hoch. Eine zusätzliche Schließung des Lebensmitteleinzelhandels am Gründonnerstag wird aus unserer Sicht nicht zu der erhofften Entzerrung der Einkaufstätigkeiten führen, sondern eher zu einer Verdichtung der Einkäufe in der ersten Wochenhälfte sowie am Ostersamstag", erklärt eine Pressesprecherin von Aldi Süd der Nachrichtenagentur spot on news auf Anfrage.

"Wir bereiten uns derzeit intensiv auf die möglichen Auswirkungen der Beschlüsse vor. (...) Unsere Kundinnen und Kunden können ebenfalls einen großen Beitrag leisten, um diese schwierige Situation gut zu meistern. Wir bitten unsere Kundinnen und Kunden, insbesondere für die Zeit rund um Ostern, vorausschauend zu planen und Einkäufe zügig, nach Möglichkeit einzeln und verteilt über die gesamte Öffnungszeit zu tätigen."

Rewe bietet Abhol- und Lieferservice an

Rewe und Penny bereitet sich ebenfalls auf einen möglichen Ansturm vor: "Die Kunden können sich darauf verlassen, dass die Warenversorgung gesichert ist und am Ostersamstag ein sicherer Einkauf unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich sein wird", so Thomas Bonrath, Pressesprecher REWE Markt GmbH.

Ein Abhol- und Lieferservice an über 1.000 Märkten soll außerdem für eine Entzerrung während der Ostereinkäufe sorgen. "Dabei sollten Abhol- und Liefertermine möglichst frühzeitig gebucht werden."

BVLH befürchtet, "dass es voller wird als in früheren Jahren"

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) betrachtet die neuen Bund-Länder-Beschlüsse als wenig hilfreich, im Gegenteil: "Der aktuelle Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder, der faktisch eine Schließung des LEH am Gründonnerstag bedeutet, hilft im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht weiter", sagt Pressesprecher Christian Böttcher.

"Die Kalenderwoche vor Ostern ist neben den Vorweihnachtstagen die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Entsprechend hoch ist die Kundenzahl. Fehlt der Gründonnerstag als Einkaufstag, verdichten sich die Einkäufe auf die erste Wochenhälfte. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr groß, dass es voller wird als in früheren Jahren."

Auch Böttcher rät zu frühzeitigen Einkäufen: "Getränke, Tiefkühlkost oder Waren aus dem Trockensortiment können für die Osterfeiertage jetzt schon gekauft werden. Ansonsten gilt: Einkäufe vorausschauend planen. Das heißt, rechtzeitig überlegen, was man braucht, eine Einkaufsliste verwenden und sowohl die breiten Öffnungszeiten als auch alle Einkaufstage der Woche nutzen. Wer zügig und möglichst allein einkaufen geht, trägt dazu bei, dass sich weniger Menschen gleichzeitig im Markt aufhalten."