Ozapft is': Wo in Berlin das ganze Jahr Oktoberfest ist

Im Hofbräu in Mitte wird Bayerisches getrunken und Bayerisches gegessen. Die Bedienung jedoch berlinert.

Wer hier eintritt, ist erst mal weg. Nicht nur körperlich, sondern auch gedanklich. Absorbiert von einer Welt, die weit weg von dem Berlin ist, wie man es kennt. Dabei ist das Hofbräu gerade mal 700 Meter vom Alexanderplatz entfernt.

Zu DDR-Zeiten war hier im Gebäude eine Kantine. Die Architektur: uncharmant, brachial, grau. Von außen fügt sich der Bau deshalb ganz unauffällig in die Reihe der Nachbargebäude der breiten Karl-Liebknecht-Straße. Normalerweise fährt man hier mit Tram oder Auto vorbei, irgendwo anders ist das Ziel. Den Eingang mit den blau-weißen Fahnen beachtet man kaum.

Diesmal ist das anders: 17 Uhr, Tür auf, rein da. Sofort nimmt einen diese Wirklichkeit eines kleinen Stückchen Bayerns in inszenierter Perfektion ein. Akkordeonklänge, hölzern, heimelig, gesellig. Im Hofbräu gibt es Bier und sehr viel Fleisch. Frauen tragen Dirndl und Männer Lederhosen. Auf Bierbänken wird geschunkelt, und es heißt, es sei 365 Tage im Jahr Oktoberfest.

Und dann hält man doch kurz inne – fühlt sich das hier nicht wie Falschgeld an? Sind wir nicht in Berlin? Nur bleibt kaum Zeit zu reflektieren. Ungefiltert wird man eingelullt. Aber eine kleine Flucht tut ja vielleicht ganz gut.

Ein freundliches "Hallo" von der Empfangsdame Ann-Cathrin. Man trägt Namensschild, duzt sich. Strahlend führt sie einen zum Tisch, so wie sie das mit allen Neuankömmlingen tut. Vorbei an der mit Muskeln bepackten Security. Wo Alkohol ist, muss es nüchterne Aufpasser geben.

Bild Nr. 1:
Kellnerin Anne David Heerde

Sich im Saal zu orientieren, einen fr...

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