Rebellenchef bei US-Drohnenangriff in Pakistan getötet

Fünf weitere Tote bei Angriff auf Mullah Nazir

Bei einem US-Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans ist der Rebellenkommandeur Mullah Nazir getötet worden. Bei dem Angriff im halbautonomen Stammesgebiet von Süd-Waziristan seien auch zwei seiner Stellvertreter und drei weitere Kämpfer getötet worden, sagten örtliche Regierungsvertreter. Bei einem weiteren Drohnenangriff starben vier weitere mutmaßliche Aufständische.

Den Angaben zufolge wurde Mullah Nazirs Fahrzeug in der Nähe des Dorfes Sar Kanda von zwei Raketen getroffen. Nazir habe gerade den Wagen wechseln wollen, nachdem sein Fahrzeug eine Panne erlitt, hieß es. Unter den Toten waren demnach auch die Kommandeure Atta Ullah und Rafey Khan. Der Angriff habe sich am späten Mittwochabend ereignet. Bewohner von Wana, dem größten Ort in Süd-Waziristan, berichteten, es sei eine Trauerfeier für Nazir nahe der Stadt abgehalten worden.

Nazirs Gruppe kämpfte gegen die Regierung im benachbarten Afghanistan und die dort stationierten ausländischen Truppen. Er soll enge Kontakte zum Haqqani-Netzwerk gehabt haben, das einige der blutigsten Anschläge in Afghanistan verübte. Sein Verhältnis zu den pakistanischen Taliban, die von dem rivalisierenden Stamm der Mehsud dominiert werden, war hingegen schwierig. Mit der Regierung in Islamabad hatte er seit 2007 einen Waffenstillstand.

Nazir war erst Ende November bei einem Selbstmordanschlag verletzt worden. Bei dem Anschlag in Wana waren fünf Menschen getötet worden.

Der pakistanische Experte Saifullah Khan Mehsud äußerte die Befürchtung, dass Nazirs Tod die Lage für die pakistanische Armee verschärfen könnte. Auch ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, Nazir habe bisher die Region kontrolliert und verhindert, dass die Taliban dort Fuß fassen könnten.

Bei einem weiteren US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan wurden am Donnerstagmorgen nach Angaben der Sicherheitskräfte vier Aufständische getötet. Angaben zu ihrer Identität lagen zunächst nicht vor. Die US-Streitkräfte gehen seit Jahren mit Drohnen gegen Aufständische in den halbautonomen Stammesgebieten vor. Die unzugängliche Bergregion an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugsgebiet von Al-Kaida, den Taliban und anderen Rebellengruppen.

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