Palästinenser bei Einsatz des israelischen Militärs im Westjordanland getötet

Bei einem Einsatz der israelischen Armee im besetzten Westjordanland ist am Mittwoch ein Palästinenser getötet worden. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Krankenhausangaben berichtete, starb der 21-Jährige durch einen Kopfschuss. Die israelische Armee bestätigte einen "Anti-Terror-Einsatz" in Dschenin.

Der 18-jährige Ahmed Massa sei durch einen Kopfschuss getötet worden, meldete Wafa unter Berufung auf Krankenhaus-Quellen. Drei weitere Palästinenser seien bei den Zusammenstößen in Dschenin im Norden des Palästinensergebiets verletzt worden.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich in den vergangenen Wochen erheblich verschärft. Seit dem 22. März wurden bei mehreren Anschlägen auf Israelis 14 Menschen getötet. Bei Einsätzen der israelischen Sicherheitskräfte wurden nach AFP-Informationen 26 Menschen getötet, unter ihnen mehrere Attentäter.

Die israelische Armee spricht in ihren Stellungnahmen zu dem Konflikt von Einsätzen gegen den "Terrorismus". Sie veröffentlichte ein Video, auf dem zu sehen ist, wie junge Palästinenser Steine auf Militärfahrzeuge werfen.

Nachdem die Palästinenser Sprengsätze geworfen und geschossen hätten, hätten israelische Soldaten mit scharfer Munition reagiert, erklärte die Armee. In der Nacht zum Mittwoch seien in mehreren Orten des Westjordanlands zwölf Palästinenser festgenommen worden. Die palästinensische Gruppe Gefangenen-Club sprach von 17 Festnahmen.

Wegen der jüngsten Anschläge hat Israel einen Großeinsatz im Westjordanland gestartet, der sich vor allem auf die Gegend um Dschenin und das angrenzende Flüchtlingslager konzentriert. Am Dienstag hatten israelische Soldaten bei einem Einsatz in einem anderen Flüchtlingslager nahe der Stadt Jericho einen 20-jährigen Palästinenser getötet, ebenfalls durch einen Kopfschuss.

Zu heftigen Zusammenstößen war es zuletzt auch rund um den Jerusalemer Tempelberg gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Polizei wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Wegen der Spannungen wird eine weitere Eskalation des Nahost-Konflikts befürchtet. Im vergangenen Jahr hatten Unruhen in Ost-Jerusalem zu einem elftägigen bewaffneten Konflikt zwischen der israelischen Armee und militanten Palästinenserorganisationen aus dem Gazastreifen geführt.

ao/ck

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