Palästinenser im Westjordanland von israelischen Soldaten erschossen

Ausschreitungen im Norden des Westjordanlandes

Bei schweren Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Streitkräften im Westjordanland haben israelische Soldaten einen Palästinenser erschossen. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums handelte es sich bei dem Todesopfer um einen 19-jährigen Demonstranten. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag nach mehreren Zwischenfällen in Israel und den Palästinensergebieten, bei denen 14 Israelis verletzt und drei Palästinenser getötet worden waren.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministers Badr Nafla ereigneten sich die Zusammenstöße in der Nähe der Stadt Tulkarem im Norden des von Israel besetzten Westjordanlandes. Laut Nafla trafen die Schüsse den 19-Jährigen im Hals. Er erlag demnach kurz darauf seinen schweren Verletzungen. Die israelische Armee wollte den Vorfall zunächst nicht kommentieren.

Angesichts der Freitagsgebete hatte die israelische Armee ihre Präsenz in Jerusalem und im Westjordanland massiv erhöht. Während die Lage in Jerusalem auch nach dem Freitagsgebet in der Al-Aksa-Moschee mit 25.000 Teilnehmern friedlich blieb, gab es im Westjordanland Ausschreitungen.

In Bilin im Norden des Westjordanlandes demonstrierten etwa hundert Palästinenser gegen den vergangene Woche von US-Präsident Donald vorgestellten Nahost-Plan. Einem AFP-Fotografen zufolge verbrannten die Demonstranten Reifen und warfen Steine und Brandsätze auf die israelischen Soldaten. Diese reagierten mit dem Einsatz von Tränengas.

Die Präsentation des US-Nahost-Plans hatte die Spannungen in Nahost zusätzlich befeuert. Am Donnerstag war ein Angreifer in Jerusalem in eine Menschenmenge gerast. 14 Menschen, darunter zwölf israelische Soldaten, wurden verletzt. In Ost-Jerusalem erschossen israelische Soldaten einen palästinensischen Angreifer. Im Westjordanland wurden ein 19-jähriger Palästinenser und ein palästinensischer Polizist von israelischen Soldaten getötet.

Die Palästinenser lehnen Trumps Nahost-Plan ab, weil er aus ihrer Sicht einseitig Israel begünstigt. Das US-Vorhaben war mit Israel abgestimmt, nicht aber mit den Palästinensern.