Palmer stellt sich hinter Forderung nach Alterstests bei jungen Flüchtlingen

Boris Palmer

Der Grünen-Politiker und Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich hinter die Unions-Forderung nach Alterstests für junge Flüchtlinge gestellt. "Im Zweifelsfall finde ich, dass man durchaus die Einwilligung zu medizinischen Untersuchungen verlangen kann", sagte Palmer der "Rhein-Neckar-Zeitung". Wer Leistungen vom Staat beziehen wolle, der müsse seine Bedürftigkeit umfassend nachweisen.

Wer sich Maßnahmen wie Röntgenaufnahmen verweigere und auch sonst nicht mit den Behörden kooperiere, um seine Minderjährigkeit nachzuweisen, der solle als Erwachsener behandelt werden, sagte Palmer weiter. Bedenken, dass eine Röntgenaufnahme einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit darstelle, wollte Palmer nicht gelten lassen.

"Eine Flugreise aus Afghanistan nach Deutschland hat sicher eine höhere Strahlenbelastung als ein Röntgenbild", sagte der Grünen-Politiker. "Die Samthandschuhe sind hier fehl am Platz."

Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige im rheinland-pfälzischen Kandel war eine Debatte über flächendeckende Alterstests bei jungen Flüchtlingen ausgebrochen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich der Polizei zufolge um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Er soll 15 Jahre alt sein, es gibt aber Zweifel an seinem Alter.

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