Panik bei "Rosins Restaurants": "Ich habe Angst, dass mein Mann über'n Jordan geht"

Carmen Schnitzer
·Lesedauer: 4 Min.

Mieses Timing oder perfekte "Ersatzdroge"? Mitten im Restaurant-Lockdown beginnt eine neue Staffel von "Rosins Restaurants". Und die hat es in sich: Der Sternekoch sollte zum Auftakt einen Imbiss auf Vordermann bringen. Das dortige Chaos belastete die ganze Betreiberfamilie emotional so sehr, dass man sich bei kabel eins glatt in einer Therapiesitzung wähnte.

Sie alle seien am Ende ihrer Kräfte. Susanne Meyer-Venhaus (63) nahm in der noch vor dem November-Lockdown gedrehten Auftaktfolge der neuen "Rosins Restaurants"-Staffel (kabel eins) kein Blatt vor den Mund, vergoss Tränen des Kummers und fürchtete sogar panisch: "Ich habe Angst, dass mein Mann dabei über'n Jordan geht."

Sätze, die beim Sternekoch Frank Rosin und dem Zuschauer nachhallten: Die Lage war mehr als ernst und die Stimmung in der Familie am Boden. Dabei hatte Sohn Nicolai "Nicki" Meyer (34) sich alles so schön vorgestellt: Im Einfamilienhaus in Raeren an der deutsch-belgischen Grenze, in dessen Erdgeschoss er sich seine Pommesbude "Nicki's Imbiss" eingerichtet hatte, sollten seine Eltern mietfrei leben.

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Im Gegenzug sollte Stiefvater Günter Venhaus (63) ihm im Laden zur Hand gehen. Doch der war am Ende seiner Kräfte. Mutter Susanne saß zwischen den Stühlen, klagte über ständigen Streit in der Familie. Und Nickis Partnerin Ricarda Peters (36) war ebenfalls nicht glücklich über einen Partner, der zwar viel arbeitete, dabei aber kein Geld nach Hause brachte. "Seit eineinhalb Jahren konnten wir uns kein Gehalt mehr auszahlen", klagte der junge Betreiber Restaurant-Retter Frank Rosin (54) sein Leid.

Eine ungesunde Mischung, wie Frank Rosin aus eigener Erfahrung weiß

Der erfahrene Gastronom zeigte der Familie zunächst im Schnelldurchlauf, wie's geht: Während alle oben in der Wohnung über einen Bildschirm das Geschehen verfolgten, schmiss Rosin ohne Einarbeitung den Laden und nahm in 30 Minuten 110 Euro ein. Kein schlechter Umsatz! Zumal doch bestimmt täglich 4.000 bis 5.000 Autos am Imbiss vorbeifahren würden, wie er im anschließenden Gespräch vermutete. "30.000!", korrigierte Günter, woraufhin Rosin große Augen machte. Wo war also das Problem?

Zum einen sah es der TV-Koch in der ungesunden Vermischung von Privatem und Beruflichem ("Ein absolutes Familiendilemma!"), mit der er selbst keine gute Erfahrung gemacht hatte. Seine Mutter habe ihn zu Beginn seines Berufslebens ebenfalls unterstützt, erinnerte sich Rosin. Nach sechs Jahren habe er sie "nicht mehr Mutter genannt, sondern nur noch beim Vornamen. Weil ich dieses Familiengefühl gar nicht mehr hatte."

Allerdings gab es noch weitere "Baustellen", wie sich herausstellte, als Rosins 20 Testesser "Nicki's Imbiss" besuchten: Verbrannte Burgerbrötchen und allzu fettige Pommes vom Vortag konnten wenig überzeugen, die Einrichtung wirkte lieblos und chaotisch. Alles in allem vermisste Frank Rosin eine "kulinarische Seele".

Nicki im Motivationstief

Doch wollte Nicki überhaupt weitermachen? Auch dann, wenn sein Stiefvater aussteigen würde? Denn darauf deutete alles hin. An Motivation schien es dem Imbiss-Besitzer jedenfalls zu mangeln, obwohl er anfangs angeblich "mit viel Euphorie und 'nem großen Traum" gestartet war.

Durch seinen 30-Prozent-Nebenjob als Sicherheitsmann in einem Krankenhaus, den er aus Sicherheitsgründen nicht aufgeben wollte, könne er sich nicht voll und ganz auf sein Unternehmertum konzentrieren, so Nicki. Zudem schien er auch immer weniger Lust zu haben. Sie wolle, "dass du deinen Hintern hochkriegst, auch frühmorgens, und nicht sagst: Hey, ich geh' noch mal 'ne Runde Playstation spielen, bevor ich in den Imbiss fahre", wünschte sich Freundin Ricarda.

Gänsehaut und neuer Mut

Ganz oder gar nicht also - aber wie würde Nicki sich entscheiden? Nach einer durchwachten Nacht war klar: Er würde es wagen. Mit Frank Rosin kaufte er im Großmarkt ein, überarbeitete sein Angebot sowie seine Preise und ließ sich Kochtricks zeigen, während das Team um Innenausstatter Flo Kogler (36) die Einrichtung und Deko des Imbisses generalüberholte.

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Beim zweiten Testessen gab es statt der vorherigen zwei diesmal durchschnittlich vier von fünf Sternen. Und endlich schien beim gelernten Koch Nicki das Feuer zurück zu sein. Er hatte "Gänsehaut" beim Anblick seines neuen Ladens und war sicher: "Es wird laufen!" Hoffentlich auch trotz des erneuten Lockdowns, von dem Frank Rosin kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau prophezeite, dass er mindestens 30 Prozent der Gastronomiebetriebe die Existenz kosten werde.

So oder so: Frank Rosin nahm Nickis Eltern das Versprechen ab, dem Sohn nicht mehr hereinzureden, und mahnte diesen, weiter wie ein Unternehmer zu denken. Ein wichtiger Schritt, um den Familienfrieden im Hause Meyer-Venhaus wieder herzustellen. Und allein das war die Anreise des Restaurant-Retters sicher schon wert.

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