Papas und Opas: Aus dem flotten Großvater wird ein armer Opi

In letzter Zeit erlebe ich meine Rolle als Opa von einer ganz neuen Seite. Ein junger Kollege fragte mich neulich sehr nett in unserer morgendlichen Themen-Konferenz, wie sich mein Umgang mit Linus verändert habe. Er sprach es nicht direkt aus, doch ich verstand schon, was er meinte. Jetzt, wo ältere Menschen bekanntlich nicht mehr so unbeschwert mit Kindern zusammen sein können, wegen ihrer schwindenden Abwehrkräfte, ihres geschwächten Herzkreislaufsystems und so. Natürlich verschont Corona niemanden, Großväter erst recht nicht. Mehrere Augenpaare richteten sich plötzlich voller Mitgefühl auf mich. Das kannte ich vorher gar nicht. Sogar einen leisen Seufzer meinte ich zu vernehmen. Tenor: unser armer Opi!

Na toll. Ich bin ehrlich: Man hat das nicht so gern, wenn man sich eigentlich noch ganz flott fühlt und mit den Herausforderungen des Alltags meistens klarkommt. Vielleicht irritierte es mich auch gerade an diesem Tag nur so, weil ich morgens einer älteren Nachbarin angeboten hatte, für sie und ihren Mann Einkäufe zu erledigen. Sie solle keine Scheu haben, mich oder meine Frau zu fragen. Sie bedankte sich sehr höflich, wollte dann nur leider wissen: „Ach, Herr Wenck, wie alt sind Sie denn?“ Die Betonung lag auf „Sie“.

Also gut, hier kommen die Fakten. Nächstes Jahr plane ich, meinen 60. Geburtstag zu feiern. Ich bin leider nicht mehr so schlank wie früher und nicht mehr flink wie ein Wiesel. Ich habe eine Menge grauer Haare, ein paar immerhin verteidigen standhaft ihren Grund...

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