Papst Franziskus feiert Messe mit ägyptischen Katholiken

Papst Franziskus vor der Messe in Kairo

Papst Franziskus hat am Samstag eine Messe mit Anhängern der kleinen katholischen Minderheit in Ägypten gefeiert. In einem Fußballstadion am Rand der Hauptstadt Kairo wurde er von tausenden Gläubigen empfangen. Begleitet von mehreren Leibwächtern fuhr der Papst in einem offenen Golfwagen durch das Stadion, wo er von Kindern, die sich als Pharaonen verkleidet hatten, begrüßt wurde.

Die Lesungen der Messe wurden auf Arabisch vorgetragen, seine Predigt hielt Franziskus auf Italienisch, ein Priester übersetzte ins Arabische. "Wir sind stolz, dass er nach Ägypten gekommen ist", sagte die 33-jährige Kansi Bebawi, bevor sie wie die übrigen Gottesdienstteilnehmer mit einem Bus zu dem Stadion gefahren wurde. Die katholische Gemeinde in Ägypten zählt rund 270.000 Mitglieder.

Die Papst-Messe fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. In Ägypten gilt seit den Anschlägen auf zwei koptisch-orthodoxe Kirchen vor knapp drei Wochen ein dreimonatiger Ausnahmezustand. Über dem Stadion kreiste während der Messe ein Hubschrauber. Vor seiner Abreise stand für Franziskus am Samstag noch ein Treffen mit ägyptischen Bischöfen und Priesteranwärtern auf dem Programm.

Das Oberhaupt der Katholiken hatte zum Auftakt seiner Visite am Freitag zu Eintracht zwischen Christen und Muslimen aufgerufen und Gewalt im Namen Gottes verurteilt. Die christliche Minderheit ist in Ägypten immer wieder Opfer von Gewalt. Bei den beiden Anschlägen auf koptisch-orthodoxe Kirchen vor knapp drei Wochen waren insgesamt 45 Menschen getötet worden. Zu den Taten bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Kopten machen rund zehn Prozent der 92 Millionen Ägypter aus.

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