Papst Franziskus: Kondome nein, natürliche Verhütung unbedingt

Papst Franziskus auf den Philippinen.

Verhütung und katholische Kirche – das passt eigentlich gar nicht zusammen. Auch Papst Franziskus trat am Montag erneut als vehementer Verfechter der aus 1968 stammenden Enzyklika "Humanae Vitae" auf und erklärte, dass künstliche Verhütungsmittel nicht mit den Ansichten der Kirche vereinbar wären. Gleichzeitig sorgte er bei seinem Besuch auf den Philippinen für Aufsehen, als er am Montag erklärte: "Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck –, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen." Dem sei aber nicht so. Stattdessen sagte Papst Franziskus, dass es wunderbare, natürliche Verhütungsmethoden gäbe, mit denen sich die Familienplanung kontrollieren lasse.

Das Kirchenoberhaupt appellierte in seinem Statement an die "verantwortungsbewusste Elternschaft". Keine Frau sei dazu gezwungen, acht Kinder zu gebären. Natürliche Verhütungsmethoden sind etwa der Zykluskalender oder Temperaturmessung. Pille und Kondom dagegen werden von der katholischen Kirche weiterhin nicht gut geheißen. Dass das Thema ausgerechnet beim Besuch in dem südostasiatischen Land zur Sprache kommt, ist kein Zufall. Auf den Philippinen gibt die Regierung Verhütungsmittel kostenlos an die Bevölkerung aus, in der Hoffnung, so das Bevölkerungswachstum und letztlich auch die Armut des Landes eindämmen zu können. Das berichtet unter anderem die "Zeit".

Papst Franziskus hatte aber noch mehr zu kritisieren. Er sprach auch eine ideologische Kolonialisierung beim Thema Sexualmoral an. Demnach würden westliche Organisationen ihre Sicht in Sachen Sex Entwicklungsländern aufdrängen, indem sie etwa Hilfsleistungen an Bedingungen knüpfen, die Verhütung oder den Umgang mit Homosexuellen betreffen.

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