Papst hält "würdevolles Schlagen" von Kindern für in Ordnung

Papst Franziskus sprach über die Rolle von Vätern in der Familie.

Wer sein Kind als Erziehungsmaßnahme schlägt, hat offenbar den Segen von Papst Franziskus – allerdings nur unter einer wichtigen Bedingung: Die Kinder dürfen dabei auf keinen Fall gedemütigt werden, ihre Würde müsse stets geachtet werden. Was genau der 78-Jährige damit meint, erklärte er in einer kurzen Geschichte aus seiner Vergangenheit. So habe er einen Vater während einer Unterhaltung mit anderen Eheleuten über das Schlagen von Kindern sprechen hören. Offenbar musste dieser seinen Nachwuchs hin und wieder maßregeln – und zwar mit Schlägen. Doch es ist der Zusatz dieses Vaters, auf den Papst Franziskus besonderen Wert legt: "Aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen."

Dieser Mann wisse um die Würde seiner Kinder, stellt das Kirchenoberhaupt klar. "Er muss sie bestrafen, aber tut es in gerechter Weise und ist nicht nachtragend", so Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz laut der "Welt". In diesem Zusammenhang führte er außerdem aus, welche Eigenschaften ein guter Vater haben sollte – schließlich war das Thema seiner Audienz, welche Rolle Väter heutzutage in der Familie einnehmen. Ein guter Vater müsse "mit Bestimmtheit" korrigieren, so der Lateinamerikaner. Dabei müsse aber stets darauf achten, das Kind nicht zu entmutigen. Außerdem sei auch Vergebung ein wichtiger Teil der väterlichen Verantwortung.

Doch offenbar konnten nicht alle die Argumentation von Papst Franziskus nachvollziehen. Im Vatikan sah man sich genötigt, eine Stellungnahme herauszugeben, nach der das Kirchenoberhaupt selbstverständlich nicht davon gesprochen habe, Kindern mit Gewalt oder gar Grausamkeit zu begegnen. Es gehe lediglich darum, ihnen in ihrer Entwicklung zur Seite zu stehen, und sie beim Erwachsenwerden zu unterstützen.

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