Papst mahnt bei Bahrain-Besuch Achtung von Menschenrechten an

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Bahrain die Achtung der Menschenrechte und eine "würdige" Behandlung von Arbeitsmigranten in der Region angemahnt. Grundlegende Menschenrechte dürften nicht "verletzt" werden, sagte das Oberhaupt der Katholiken am Donnerstag zum Auftakt seiner Visite in dem Golfstaat. In seiner Rede im Beisein von König Hamid bin Isa al-Chalifa und anderen Würdenträgern forderte Franziskus eine "umfassende" Religionsfreiheit für alle Menschen und sprach sich für die Abschaffung der Todesstrafe aus.

Vor dem Hintergrund der Debatte über den Tod zahlreicher Arbeiter auf den WM-Baustellen im Nachbarland Katar forderte der Papst außerdem "sichere und würdige" Bedingungen für Arbeitsmigranten in der Golfregion.

Franziskus, der wegen anhaltender Knieprobleme auf einen Rollstuhl angewiesen ist, absolviert als erster Papst überhaupt einen Besuch in Bahrain. Mit seiner viertägigen Visite in dem kleinen Königreich am Persischen Golf will der 85-jährige Pontifex den Dialog zwischen dem Islam und der katholischen Kirche fördern.

Seit der Niederschlagung einer Protestbewegung im Zuge des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 werfen Menschenrechtsorganisationen der sunnitischen Herrscherdynastie in Bahrain vor, politisch Andersdenkende insbesondere aus den Reihen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit zu unterdrücken. Seit 2017 wurden in Bahrain sechs Menschen hingerichtet. Human Rights Watch wirft den Gerichten in dem Land vor, Todesurteile auf der Grundlage "offensichtlich unfairer Verfahren" zu verhängen.

Am Freitag triff der Papst in Bahrain Mitglieder des muslimischen Ältestenrats in einer Moschee. Außerdem kommt er mit dem Großimam der Kairoer Al-Aschar-Moschee, Scheich Ahmed al-Tajeb, zusammen. Zu einer Papstmesse am Samstag werden 28.000 Gläubige erwartet. Am Sonntag tritt Franziskus die Heimreise an.

bfi/lan