Paris lässt Einwohner über Zukunft von Leih-Elektrorollern abstimmen

Die Pariser dürften darüber abstimmen, ob sie weiterhin Leih-Elektroroller in ihrer Stadt erlauben möchten. Den Einwohnern der französischen Hauptstadt werde bei dem für den 2. April angesetzten Referendum eine "sehr einfache Frage" gestellt werden, sagte Bürgermeisterin Anne Hidalgo der Zeitung "Le Parisien" (Wochenendausgabe): "Wollen wir oder wollen wir nicht mit frei herumstehenden Leihrollern weitermachen?"

Das Thema ist laut Hidalgo "extrem spaltend". Kritiker des Verleih-Systems bemängeln, dass die Fahrer selten Respekt für die Verkehrsregeln zeigen. Zudem ignorieren sie häufig Verbote, die das Fahren auf dem Gehweg oder rücksichtsloses Parken verbieten. Andere lassen ihre Roller einfach im Park stehen oder werfen sie gleich in die Seine.

Fans loben die Gefährte hingegen als schnelle, umweltfreundliche Alternative zu Autos oder dem überfüllten öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt sind etwa 15.000 E-Scooter zahlreicher Anbieter auf Pariser Straßen unterwegs.

Die Bürgermeisterin sagte, sie selbst tendiere zu einem Verbot, werde aber die "Stimme der Pariser respektieren". Ein Roller-Bann würde Paris zu einer Ausnahme unter den Weltstädten machen.

Im September hatte Paris die Scooter-Anbieter bereits gedroht, ihre Zulassungen im März auslaufen zu lassen, sollten sie nicht rücksichtslosem Fahren und anderem "Missbrauch" Einhalt gebieten. Die Anbieter schlugen daraufhin im November eine Reihe von Verbesserungen vor, darunter etwa Nummernschilder für die Roller, um Ordnungswidrigkeiten schneller ahnden zu können.

Der Pariser Verkehrsbeauftragte David Belliard sieht bei einer Kosten-Nutzen-Analyse dennoch wenig, das für das Leihgeschäft sprechen würde. "Sie sind im Weg und sie sind gefährlich", sagte er der Nachrichtenagentur AFP und sprach sich für ein Verbot aus, "um unsere Straßen und Pflaster zu befrieden".

Hidalgo versicherte "Le Parisien" unterdessen, dass E-Scooter in Privatbesitz, die in Paris ebenfalls sehr beliebt sind, nicht von einem Verbot betroffen wären. Diese seien "kein Problem".

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