Pariser Flughafen-Angreifer war unter Einfluss von Drogen und Alkohol

Der Angreifer vom Pariser Flughafen Orly stand bei seiner Tat unter Einfluss von Alkohol und Drogen. Das zeigen die Ergebnisse einer Autopsie vom Sonntag, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. Demnach stellte man im Blut des 39 Jahre alten Täters Ziyed Ben Belgacem knapp ein Promille Alkohol, sowie Cannabis und Kokain fest.

Ermittler befragten am Sonntag nach Medienberichten auch einen Bruder und einen Cousin des Mannes. Beide waren in Polizeigewahrsam genommen worden, wurden aber am Abend laut Nachrichtenagentur AFP wieder entlassen. Der Vater wurde schon vorher wieder auf freien Fuß gesetzt. Dieser beteuerte derweil in einem Interview mit dem französischen Radiosender Europe 1, nichts von der Tat geahnt zu haben. Sein Sohn sei niemals Terrorist gewesen, habe aber getrunken und Cannabis konsumiert. Er habe ihn am Samstagmorgen angerufen und um Verzeihung gebeten. “Ich habe eine Dummheit mit einem Gendarmen gemacht”, habe der Sohn gesagt. Vor der Flughafen-Attacke hatte der Angreifer bereits bei einer Polizeikontrolle in einem Vorort der Hauptstadt das Feuer eröffnet und einen Beamten verletzt.

Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagte, das vorgehen des Angreifers entspreche Parolen, die von dschihadistischen Terror-Organisationen ausgegeben würden. Außerdem habe es schon bei einem früheren Gefängnisaufenthalt Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben. “Er ist äußerst gewalttätig”, ergänzte der Staatsanwalt. Ermittelt wird unter anderem wegen Mordversuchs in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben. Der Angreifer habe ein langes Vorstrafenregister gehabt. Eine Durchsuchung im Rahmen des Ausnahmezustandes habe im Jahr 2015 abernichts ergeben. Bei einer Razzia nach der Flughafenattacke fanden Beamte in seiner Wohnung in Garges-lès-Gonesse bei Paris einige Gramm Kokain und eine Machete.

Am Samstagvormittag hatte Ben Belgacem eine Soldatin auf dem Flughafen Orly attackiert, mit einer Schrotpistole bedroht und ihr ein Sturmgewehr entrissen. Andere Soldaten erschossen ihn daraufhin. Nach Angaben der beteiligten Soldaten hatte er gerufen “Ich bin da, um für Allah zu sterben” und auch angekündigt, dass es Tote geben werde. Er hatte 750 Euro dabei, ein Feuerzeug, Zigaretten und einen Koran.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen