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Pariser stimmen für höhere Parkgebühren für Geländewagen von Besuchern

Paris-Besucher mit Geländewagen müssen von September an mit Parkgebühren von 18 Euro pro Stunde rechnen. Die Einwohner der französischen Hauptstadt stimmten am Sonntag mit knapper Mehrheit für die Verdreifachung der bisherigen Gebühren. (Dimitar DILKOFF)
Paris-Besucher mit Geländewagen müssen von September an mit Parkgebühren von 18 Euro pro Stunde rechnen. Die Einwohner der französischen Hauptstadt stimmten am Sonntag mit knapper Mehrheit für die Verdreifachung der bisherigen Gebühren. (Dimitar DILKOFF)

Paris-Besucher mit Geländewagen müssen von September an mit Parkgebühren von 18 Euro pro Stunde rechnen. Die Einwohner der französischen Hauptstadt stimmten mit knapper Mehrheit für die Verdreifachung der bisherigen Gebühren. Der Vorschlag der sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo erhielt knapp 55 Prozent Zustimmung, wie die Stadtverwaltung am Sonntagabend mitteilte. Die Wahlbeteiligung war mit knapp sechs Prozent jedoch sehr gering.

Die Opposition warf der Bürgermeisterin einen "demagogischen Akt" vor. "Das kommt der Frage gleich, ob die Reichen höher besteuert werden sollen, da lautet die Antwort immer ja", sagte der rechtspopulistische Abgeordnete Thierry Mariani dem Sender CNews am Montag. "Ein Symbol, das nichts bringt", sagte Yves Carra, Sprecher von Mobilité Club France.

Kritik gab es auch an der Tatsache, dass Einwohner von den neuen Gebühren ausgenommen sind, zumindest so lange sie in ihrem Viertel parken. Auch Handwerker und Taxifahrer sind nicht betroffen. Die Pariser Stadtverwaltung hingegen begrüßte das Ergebnis als "einen Schritt weiter zur einer gesünderen, ruhigeren und weniger verdreckten Stadt".

Etwa 1,3 Millionen Wahlberechtigte Pariserinnen und Pariser waren zur Wahl aufgerufen. Das Ergebnis teilte die Stadt grob in zwei Teile: Die wohlhabenderen Viertel im Westen, in denen die SUV-Dichter deutlich höher ist, stimmten mehrheitlich gegen die Erhöhung. Die Viertel im Osten stimmten dagegen.

"Je größer die Autos, desto mehr verschmutzen sie die Umwelt", hatte Hidalgo vor der Abstimmung betont. Sie argumentierte außerdem damit, dass Unfälle mit SUVs doppelt so oft tödlich ausgingen wie mit kleineren Autos.

Die neuen Gebühren sollen im Mai vom Stadtrat beschlossen werden und am 1. September in Kraft treten. Der Tarif soll für Autos ab 1,6 Tonnen und E-Autos ab zwei Tonnen Gewicht gelten. Der Tarif steigt mit der Parkdauer weiter an, für einen halben Tag Parken in der Innenstadt werden 225 Euro fällig.

Hidalgo hat seit Beginn ihrer Amtszeit die Seine-Ufer für den Autoverkehr sperren lassen und zahlreiche verkehrsberuhigte Zonen eingerichtet. Jeweils am ersten Sonntag des Monats ist die mehrspurige Prachtstraße Champs-Elysées autofrei.

Während viele Pariser Einwohner sich über eine verbesserte Luftqualität freuen, ärgern sich die Einwohner der mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht angebundenen Vorstädte, die regelmäßig mit dem Auto nach Paris fahren. Auch bei Lieferanten und Taxifahrern hat sich Hidalgo äußerst unbeliebt gemacht.

Die Pariser Bürgermeisterin hatte mit einer ähnlichen Abstimmung im April 2023 das Ende der leihbaren E-Roller in der Stadt eingeleitet. Damals hatten sich etwa sieben Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

Nach Angaben von Greenpeace stoßen SUVs rund zwölf Prozent mehr Kohlendioxid als kleinere Autos und brauchen wegen ihrer Größe mehr Antriebsenergie und mehr Rohstoffe in der Produktion.

Paris ist nicht die einzige Metropole, die die Monsterwagen loswerden will. In Washington gelten seit Oktober sieben Mal höhere Anmeldegebühren für Autos, die mehr als 2,7 Tonnen wiegen. Und in Deutschland hatte das baden-württembergische Tübingen bereits 2021 eine drastische Erhöhung der Parkgebühren für SUVs beschlossen. In verschiedenen Städten Deutschlands werden SUVs zudem immer wieder von Gegnern ins Visier genommen, die unter anderem Luft ablassen oder Spiegel abmontieren oder zerstören.

kol/jes