Parkinson-Spezialist im Weißen Haus - Ist US-Präsident Biden krank?

Schafft er’s noch einmal? Joe Biden braucht aktuell jede Unterstützung<span class="copyright">AFP/Jim Watson</span>
Schafft er’s noch einmal? Joe Biden braucht aktuell jede UnterstützungAFP/Jim Watson

US-Präsident Joe Biden sieht sich erneut Spekulationen über seine Gesundheit ausgesetzt. Besuche eines Parkinson-Spezialisten im Weißen Haus sorgen für Aufregung. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman fordert Biden zum Rückzug aus dem Wahlkampf auf.

Mehrere Besuche eines Parkinson-Spezialisten im Weißen Haus haben zu einer hitzigen Diskussion über den Gesundheitszustand von US-Präsident Joe Biden geführt. Laut einem Bericht der „Welt“ sah sich die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, während einer Pressekonferenz gezwungen, mehrmals klarzustellen: „Ist der Präsident wegen Parkinson behandelt worden? Nein. Wird er wegen Parkinson behandelt? Nein. Nimmt er Medikamente gegen Parkinson? Nein.“ Offizielle Besucherprotokolle zeigen, dass Kevin Cannard, ein Experte für Parkinson, das Weiße Haus seit dem vergangenen Sommer achtmal besucht hat. Bidens Leibarzt, Kevin O'Connor, erklärte daraufhin in einem Schreiben, dass Cannard der neurologische Spezialist sei, der den Präsidenten bei seinen jährlichen Routine-Gesundheitschecks untersuche und allein aufgrund seiner hohen Qualifikation ausgewählt wurde.

Jean-Pierre fordert respektvollen Umgang

Während der Pressekonferenz wurde Jean-Pierre mehrfach aggressiv befragt, was sie dazu veranlasste, ein respektvolles Verhalten von den Journalisten einzufordern. „Wir können die Namen der Spezialisten nicht nennen, vom Dermatologen bis zum Neurologen“, sagte Jean-Pierre. „Es spielt keine Rolle, wie sehr Sie mich drängen, es spielt keine Rolle, wie wütend Sie auf mich sind.“ Wie der „Spiegel“ berichtete, wurde bereits in Bidens Gesundheitsbericht von Ende Februar angegeben, dass es keine Anzeichen für mögliche Schlaganfälle oder Parkinson gebe. „Präsident Biden hat keinen Neurologen außerhalb seiner jährlichen Untersuchung gesehen“, schrieb O'Connor in seinem Brief. Cannard halte regelmäßige Sprechstunden im Weißen Haus ab, um die medizinischen Bedürfnisse des Präsidenten, der Mitarbeiter und Besucher zu decken.

Nobelpreisträger rät Biden zum Verzicht

Inmitten dieser Spekulationen äußerte sich auch der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. Er betonte, dass die Nato-Verbündeten keine Bedenken hinsichtlich Bidens Führungsqualitäten hätten. „Wir haben keinerlei Anzeichen dafür bei unseren Verbündeten entdeckt,“ erklärte Kirby. Gleichzeitig rät der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman Biden, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten, berichtet die „Welt“ weiter. In seiner Kolumne schrieb Krugman, dass Biden trotz seiner bisherigen Erfolge die Prüfung der Live-Debatte gegen den Republikaner Donald Trump nicht bestanden habe und somit politisch beschädigt sei. Er warnte davor, dass eine erneute Kandidatur von Biden zu einem möglichen Wahlsieg von Trump führen könnte, was für eine lange Zeit die „letzte echte Wahl“ in den USA gewesen sei.