Parlamentswahl in Israel: Netanjahu setzt auf rechtsextremes Bündnis

In Israel sind rund 6,8 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Der rechtskonservative Oppositionsführer Benjamin Netanjahu hofft auf eine Rückkehr als Regierungschef.

Nach jüngsten Umfragen könnte Netanjahus Likud-Partei zwar wieder stärkste Kraft werden. Ungewiss ist dennoch, ob sich sein rechts-religiöses Lager insgesamt eine Mehrheit in der Knesset sichern können wird.

Generell wird wieder mit einer möglichen Pattsituation zwischen dem Lager Netanjahus und dem seiner Gegner unter Führung des liberalen Regierungschefs Jair Lapid von der Zukunftspartei gerechnet. Das von Lapid angeführte Lager, das Parteien des rechten bis linken Spektrums umfasst, will eine Rückkehr des 73-jährigen Netanjahus, der wegen Korruption angeklagt ist, verhindern.

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Benjamin Netanjahu and seine Frau 'Sara bei der Stimmabgabe in Jerusalem - Maya Alerruzzo/AP Photo

Religiös-Zionistische Partei könnte "Bibi" helfen

Als entscheidend gilt die Wahlbeteiligung der arabischen Bevölkerung. Sollte eine der kleineren Parteien im Lapid-Lager nicht die 3,25-Prozent-Hürde knacken, könnte dies den Weg zu einer ultrarechten Regierung unter Netanjahu ebnen.

Das rechtsextreme Bündnis von Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir, die Religiös-Zionistische Partei, gilt als möglicher Königsmacher. Netanjahu erklärte vorab, er sei auch bereit, mit diesem Bündnis zusamenzuarbeiten.

Fünfte Wahl in 3 1/2 Jahren

Die Wahlbeteiligung ist so hoch wie seit 1999 nicht mehr. Am Dienstagmittag lag sie nach Angaben des zentralen Wahlkomitees bei 28,4 Prozent. Dies sind drei Prozentpunkte mehr, als zum gleichen Zeitpunkt bei der letzten Wahl im März vergangenen Jahres.

Insgesamt ist es bereits die fünfte Wahl binnen dreieinhalb Jahren. 40 Listen treten dabei an, nur ein Drittel wird es aber voraussichtlich ins Parlament schaffen. Mit Schließung der Wahllokale um 21.00 Uhr deutscher Zeit werden erste Prognosen veröffentlicht. Das Endergebnis wird aber nicht vor Donnerstag erwartet.