„Partymeile“ in Köln-Rodenkirchen: Runder Tisch soll Lösungen finden

Party-Nächte am Rodenkirchener Rheinufer sind Thema bei Sitzung am 25. April.

Über Lärm, Müll und feiernde Jugendliche beklagten sich zuletzt zahlreiche Bürger und Anwohner.

An einem Runden Tisch wollen sich nun Bezirkspolitiker, Vertreter von Jugend- und Ordnungsamt, der Polizei und engagierte Bürger zusammensetzen und gemeinsam annehmbare Lösungen für alle Beteiligten entwickeln. Am Dienstag, 25. April, lädt der Bezirksbürgermeister Mike Homann zu der nicht-öffentlichen Arbeitsrunde ein.

„Null aggressive Stimmung“

„Die Interessen müssen abgewogen werden“, sagt Mike Homann. Er habe Verständnis für die Nöte der Anwohner, aber er halte wenig von einer reinen Verbotskultur. Nach wie vor plädiert er dafür, Anreize zu schaffen, um die Jugendlichen von der Mauer wegzulocken hinunter zur Rheinwiese und zum Strand.

Es solle dort kein „Beach-Club“ eröffnet werden, das widerspreche auch dem Landschaftsschutz. Vielleicht könnten aber ein paar Bänke und Tische auf der Wiese aufgestellt werden. Er selbst habe an einem Wochenende abends mit den feiernden Jugendlichen gesprochen und „null aggressive Stimmung“ feststellen können. Vielmehr seien die jungen Leute gesprächsbereit gewesen und hätten sich offen für eine Verlagerung des „Partyspots“ gezeigt.

Kriminell nicht auffällig

„Die Polizei hat bislang keine Zunahme von kriminellen Auffälligkeiten in Zusammenhang mit feiernden Jugendlichen festgestellt, keine Straftaten in Form von Körperverletzung oder Sachbeschädigung“, sagt Sascha Himmel, Leiter der Polizeiinspektion II.

Bei gutem Wetter würden an der Uferstraße 50 bis 80 Jugendliche „abhängen“, maximal 200. Sie kämen aus Rodenkirchen und anderen Stadtteilen, teilweise bis aus Mülheim.

„Es ist nicht verboten, auf der Mauer zu sitzen“, sagt Sascha Himmel. Dennoch werde das Rheinufer täglich bestreift, bei Bedarf würden die Kontrollen auch erhöht. Bei nächtlicher Ruhestörung gebe es Ermahnungen – genau wie bei Nachbarschaftsbeschwerden.

Müll ein Problem

Bei Uneinsichtigkeit könne die Lärmquelle sichergestellt werden. Als Problem bezeichnet er den „sorglosen“ Umgang mit Müll. Das sei insgesamt ein bedenkliches gesamtgesellschaftliches Phänomen.

Aus Sicht der Polizei sei es sinnvoll, den Jugendlichen Angebote zu unterbreiten etwa in Form von Stühlen oder einem W-Lan-Hotspot auf der Wiese. Ob diese angenommen werden, müsse getestet werden. Jedenfalls sei es einen Versuch wert.

Kein alternatives Angebot für Jugendliche

„Unsere Jugendlichen haben in Rodenkirchen gar nichts, wo sie sich treffen könnten“, bedauert Ute Schmidt, die sich mit dem Stammtisch der Rodenkirchener Unternehmerinnen für ein schönes Erscheinungsbild des Ortes einsetzt und sich auch beim Runden Tisch beteiligen will.

Es gebe kein Jugendzentrum, kein Café mit günstigen Angeboten, nicht einmal einen Bolzplatz. Allerdings zeigt sie kein Verständnis für den Dreck, den die Feierfreudigen oftmals hinterlassen.

In dem Zusammenhang lobt sie die Flüchtlingsfamilien, die auf der Rheinwiese picknicken. Sie würden ihren Abfall mitnehmen und die Stelle sauber hinterlassen. Das habe sie schon mehrfach beobachtet....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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