„Passwort: Swordfish“: Die Geschichte hinter Halle Berrys Nacktszene in dem Actionthriller von 2001

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Große Filmstars versuchen normalerweise Filme zu vermeiden, die unnötige Nacktszenen erfordern. Aber genau dies war der Grund, weshalb Halle Berry zusagte, die Hauptrolle im Actionfilm Passwort: Swordfish rund um ein Hacker-Team, zu übernehmen, der vor 20 Jahren am 8. Juni 2001 in die Kinos kam. 

John Travolta, Hugh Jackman und Halle Berry spielten die Hauptrollen in dem Actionfilm Passwort: Swordfish aus dem Jahr 2001. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)
John Travolta, Hugh Jackman und Halle Berry spielten die Hauptrollen in dem Actionfilm Passwort: Swordfish aus dem Jahr 2001. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)

In dem von Joel Silver produzierten Blockbuster spielten auch John Travolta und Hugh Jackman mit. Irgendwann in der Mitte des Filmes begrüßt Berrys geheimnisvolle Ginger Knowles Jackmans Super-Hacker Stanley Jobson, indem sie das Buch fallen lässt, das sie gerade liest, und zeigt sich oben ohne.

250.000 Dollar pro Brust 

Für Berry war es die erste Nacktszene ihrer Karriere und der Schauspielerin war durchaus bewusst, dass dies das Einzige am Film sein würde, über das alle reden würden. Die Szene wurde sogar noch aufsehenerregender: Passwort: Swordfish-Regisseur Dominic Sena enthüllte nämlich, dass Berry zusätzlich zu ihrem 2,5-Millionen-Dollar-Gehalt (umgerechnet etwa 2,05 Mio. Euro) 500.000 Dollar (umgerechnet etwa 410.189 Euro) – „250.000 Dollar pro Brust“, wie er sagte – dafür bekommen hatte, dass sie die Hüllen fallen lässt.

Berry als Ginger in „Passwort: Swordfish“. In dem Film hatte sie ihre erste Nacktszene. (Foto: Warner Bros./Netflix)
Berry als Ginger in „Passwort: Swordfish“. In dem Film hatte sie ihre erste Nacktszene. (Foto: Warner Bros./Netflix)

Über dieses Detail wurde weithin berichtet und trotzdem stritt Berry selbst es stets ab: „Wenn ich Geld für sie verlangen würde, dann wäre das sehr viel mehr als 500.000 Dollar“, sagte sie 2001 dem New York Times Magazine. Dennoch hat sie nie Bedauern darüber geäußert, Passwort: Swordfish in ihrer Filmografie zu haben. „Es war so eine grundlose Nacktheit, und manche Leute haben ein Problem damit“, sagte sie später zu CNN. „Als ich Passwort: Swordfish drehte, wusste ich, dass es grundlos war. Ich habe dafür nie Ausreden gesucht.“

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Die Kritikerwaren Password: Swordfish damals nicht so wohlgesonnen und viele nannten Berrys Oben-ohne-Szene als ein Beispiel für die übertriebenen Exzesse des Films. „Trotz Halle Berrys Brüsten, Hugh Jackmans Handtuch [und] John Travoltas Bärtchens... lässt uns der betäubende Cyberspace-Thriller Passwort: Swordfish immer noch mit der Frage zurück: ‚Ist das alles, was er zu bieten hat?‘“, schrieb der Kritiker des San Francisco Chronicle, Bob Graham.

Aus heutiger Sicht ist der Film eindeutig zwischen dem Ende der Ära des Big-Budget-Films und dem Anbruch einer anderen gefangen. Zwei Jahre nachdem Matrix – ebenfalls von Silver produziert – die Hollywood-Action-Choreografie neu erfunden hatte, klaute Swordfish großzügig viele der Tricks dieses Films, einschließlich seines charakteristischen „Bullet Time“-Effekts. Gleichzeitig genossen sowohl Berry als auch Jackman noch den Ruhm nach dem Erfolg des ersten X-MenFilms. Dieser legte den Grundstein für Comic-Verfilmungen, die Hollywoods Blockbuster-Produktionen in den darauffolgenden Jahren dominieren würden.

Die Story des Films

Gleichzeitig ist das Drehbuch von Skip Woods aber auch ganz offenkundig an die übertriebenen Actionfilme der 80er und 90er Jahre angelehnt – man denke nur an so alte Silver-Produktionen wie Das Phantom-Kommando, Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis und Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben. Für die vernachlässigbare Erzählung wurde Travolta als Gabriel Shear besetzt. Dieser ist der Anführer einer streng geheimen Organisation, die Terrorismus entweder aufrechterhält oder verhindert – je nachdem, wie man seine grandiosen Monologe interpretiert.

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Nachdem sein üblicher Hacker vom FBI – angeführt von Don Cheadles leicht frustriertem Agenten –gefangen genommen wird, bittet Gabriel seine Komplizin Ginger, Stanley aus seinem Post-Gefängnis-Exil zu rekrutieren und ihm bei seinem neuesten Plan zu helfen: der Wiederbeschaffung von Geldern aus dem stillgelegten Drogen-Geldwäsche-Programm Operation Swordfish der Drogenpolizei DEA. Aber Ginger ist vielleicht nicht die, die sie zu sein scheint. In der Mitte des Films offenbart sie Stanley, dass sie eine verdeckte DEA-Agentin ist, deren Leben auf dem Spiel stehen würde, wenn ihre Tarnung auffliegt.

Berry und Jackman in dem Actionfilm Passwort: Swordfish von 2001, der diese Woche sein 20-jähriges Jubiläum feiert. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)
Berry und Jackman in dem Actionfilm Passwort: Swordfish von 2001, der diese Woche sein 20-jähriges Jubiläum feiert. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)

Da unnötige Nacktheit in Silvers 80er-Jahre-Actionfilmen ein fester Bestandteil war, ist es keine Überraschung, dass er diese auch bei Passwort: Swordfish einbauen wollte. Im Gespräch mit Entertainment Weekly sagte der Produzent 2001, dass er Berry – die in Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben eine kleine Nebenrolle als exotische Tänzerin hatte –dazu ermutigte, dies zu dem Film zu machen, in dem sie ihr Leinwandimage neu erfinde.

"Gut für die Kinokassen"

„Ich kenne Halle schon seit Jahren, und ich hatte das Gefühl, dass es für sie an der Zeit war, dies zu tun“, sagte Silver. „Ich denke, es ist cool für die Figur und gut für die Kinokassen.“ Mit dem letzten Punkt hatte er nicht ganz unrecht: Passwort: Swordfish beendete seine Laufzeit in den Kinos mit einem soliden weltweiten Einspielergebnis von 150 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 123 Mio. Euro), obwohl er von effektlastigen Sommerfilmen wie Die Mumie kehrt zurück, Jurassic Park III und Pearl Harbor locker in den Schatten gestellt wurde.

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Berry hatte ihre eigenen Gründe, Silvers Angebot anzunehmen – keiner davon hatte mit zusätzlichen 500.000 Dollar zu tun. Neben dem Kinohit X-Menhatte die Schauspielerin kürzlich auch ihre ersten Emmy- und Golden-Globe-Statuen für ihre Hauptrolle in dem HBO-Film Rising Star erhalten, der auf dem Leben der wegweisenden schwarzen Sängerin und Schauspielerin Dorothy Dandridge basiert. Mit diesen Auszeichnungen im Gepäck fühlte sich Berry ermutigt, sich an Dinge heranzuwagen, die sie als jüngere Schauspielerin in diesem Geschäft ausdrücklich vermieden hatte. „Mit dem Erfolg meines Dorothy-Dandridge-Projekts und der Anerkennung durch die Kritiker, die es mir einbrachte, hatte ich endlich das Gefühl, dass ich mich nicht mehr beweisen musste“, sagte sie gegenüber EW.

Berry und Travolta in dem Actionfilm Passwort: Swordfish von 2001. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)
Berry und Travolta in dem Actionfilm Passwort: Swordfish von 2001. (Foto: Warner Brothers/mit freundlicher Genehmigung Everett Collection)

In einem anderen Interview mit Cinema.com beschrieb Berry, wie sehr sie es genoss, die Rolle des „sexy Mädchens“ zu spielen. „Ich habe diesen Teil von mir auf der Leinwand noch nie wirklich erforscht. So viele Jahre lang habe ich gesagt: ‚Nein, nein, nein‘, und ein großer Teil davon war, dass ich mich mit mir selbst nicht wohlfühlte, Angst hatte und mich fragte, was die Leute denken würden. Schließlich, nach den letzten paar Jahren meines Lebens, habe ich mich all dieser Sorgen entledigt und ich fühle mich wirklich, wirklich gut dabei.“ Sie nutzte auch die Gelegenheit, um die Bemerkung von Sena über ihren 500.000-Dollar-Bonus richtigzustellen: „Ich würde diese Babys für viel mehr Geld verkaufen.“

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Man könnte sogar behaupten, dass Passwort: Swordfish der Grund ist, warum Berry ihren ersten Oscar gewann. Sechs Monate nachdem der Film aus den Multiplexen verschwunden war, kehrte die Schauspielerin in Marc Forsters gefeiertem Drama Monster's Ball auf die große Leinwand zurück. Sie spielte die verstörte Ehefrau eines Todestraktinsassen (Sean Combs), die sich mit dem Gefängniswärter (Billy Bob Thornton) einlässt, der an seiner Hinrichtung beteiligt war. Die Rolle verlangte von beiden Schauspielern, dass sie sich für eine heftige Sexszene ausziehen, die Lichtjahre von der Maxim-artigen Oben-ohne-Szene in Passwort: Swordfish entfernt ist.

Berry und Billy Bob Thornton in dem Drama, Monster's Ball von 2001, für das die Schauspielerin ihren ersten Oscar erhielt. (Foto: Lions Gate/Mit freundlicher GenehmigungEverett Collection)
Berry und Billy Bob Thornton in dem Drama, Monster's Ball von 2001, für das die Schauspielerin ihren ersten Oscar erhielt. (Foto: Lions Gate/Mit freundlicher GenehmigungEverett Collection)

Aber Berry machte deutlich, dass sie den einen Film nicht ohne den anderen hätte machen können. „Ich wäre wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, die Sexszene in Monster's Ball zu machen, wenn ich nicht meine Brüste in Passwort: Swordfish gezeigt hätte“, sagte sie dem New York Times Magazine. „Wir drehten die Sexszene an Tag 19 eines 21-tägigen Drehs. Ich sage immer, Billy Bob und ich waren drei Wochen lang zusammenund dann hatten wir Sex. Die Sexszene hat mich völlig verängstigt, aber Mut kommt auf seltsamen Wegen. Jetzt sehe ich sie mir an und denke: ‚Wer ist das Mädchen da?‘“

"Dieser Moment ist so viel bedeutender als ich"

Monster’s Ball kam am 26. Dezember 2001 in die US-Kinos und wurde zu einem der Favoriten der darauffolgenden Awards-Saison. Berry wurde mehrfach als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, darunter auch bei Screen Actors Guild Awards 2002. Höhepunkt war jedoch ihr historischer Sieg in der Oscarnacht vom 24. März 2002. Damals war sie die erste – und ist noch immer die einzige – schwarze Schauspielerin, die als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. „Dieser Moment ist so viel bedeutender, als ich“, sagte sie in ihrer tränenreichen Rede. „Er ist für jede namenlose, gesichtslose farbige Frau, die jetzt eine Chance hat, weil diese Tür heute Abend geöffnet wurde.“

Unnötig zu sagen, dass Berry Passwort: Swordfish in ihrer Dankesrede bei den Oscars nicht erwähnte. Aber sie hat Gingers „sexy Mädchen“-Vermächtnis in ihrem beliebten Instagram-Feed übernommen. Denn dort postet sie regelmäßig Bikini-Fotos und andere freizügige Bilder. „Ich betrachte es als Storytelling in einem kleinen Medium“", sagte sie 2019 gegenüber Yahoo Entertainment über ihren Ansatz bei Instagram. „[Instagram] war früher ein Ort für Fotografen und Künstler, um ihre Arbeiten zu zeigen, und jetzt ist es etwas ganz anderes geworden. Aber ich betrachte es immer noch gerne aus dieser Perspektive: Es geht um Storytelling und Fotografie und Schönheit.“

Ethan Alter

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