Pastafari: Als Pirat auf dem Führerschein

Nur aus religiösen Gründen mit Kopfbedeckung auf dem Führerscheinfoto? Wenn’s weiter nichts ist: Vor wenigen Wochen machte eine Aufnahme die Runde, die Niko Alm mit einem aufgesetzten Nudelsieb auf seinem EU-Führerschein zeigte. Damit huldigte der Österreicher dem „Fliegenden Spaghettimonster“ – und führte so die oben genannte Regelung ad absurdum. Jetzt hat ein Deutscher nachgezogen und sich für seinen Führerschein mit einem Piratentuch ablichten lassen.

Sie sind unter uns und wollen sich zeigen: Rüdiger Weida alias Bruder Spaghettus hat sich mit einem Foto mit entsprechender Kopfbedeckung – einem Piratentuch -  auf seinem Führerschein ganz offiziell zur parodistischen Religion „Pastafaritum“ bekannt. Eigentlich sind Kopfbedeckungen auf derartigen Dokumenten nicht gestattet. Eine Ausnahme stellen religiöse Gründe dar. Eben diese macht der Deutsche damit geltend. Er hatte Glück: Die Behörden haben den Führerschein samt Lichtbild durchgewunken.

Allerhöchste Zeit, findet Weida, denn schon „2008 hatte in Deutschland ein Pastafari versucht, mit unserer religiösen Kopfbedeckung, in seinem Fall ein Dreispitz, auf den Personalausweis zu kommen“, so der Pastafari gegenüber Yahoo! Nachrichten. Er sei allerdings an der Forderung der Behörden gescheitert, nachzuweisen, dass es sich beim Pastafaritum um eine anerkannte Religion handelt. „Meiner Meinung nach waren sie dazu nicht berechtigt, denn in den Vorschriften zur Ausstellung ist lediglich von religiösen Kopfbedeckungen, nicht von religiösen Kopfbedeckungen anerkannter Religionsgemeinschaften die Rede.“

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Nachdem der Österreicher Niko Alm mit einer ähnlichen Aktion im Juli Erfolg hatte, nahm Weida das zum Anlass, in Deutschland erneut einen Versuch zu starten. Und es hat geklappt: „Auf dem Foto trage ich ein Piratentuch mit dem Piratenfisch. Dieser ist das weltweite Logo der Pastafari, ähnlich dem Ichthys der Christen“, erklärt Weida gegenüber Yahoo! Nachrichten. „Allerdings ist unser Fisch skelettiert und trägt eine Augenklappe. Mit dieser Aktion wollte ich helfen, unsere Religion weiter voranzubringen und die letztliche Gleichstellung mit anderen in Deutschland gepflegten Religionen zu erreichen helfen.“

Auf Widerstand bei der Abgabe des Antrags oder auch bei der Ausstellung sei er nicht gestoßen, höchstens auf „ein bisschen Verwunderung“. Im Nachhinein sei von christlicher Seite bemängelt worden, dass „deutsche Behörden eine Satirereligion unterstützen würden. „Widerstand gegen unsere Kirche gibt es gelegentlich durchaus.“ In drei Berliner Kirchen hätten die Pastafaris bereits Hausverbot. Christliche Anhänger bemängeln an der Satire-Religion unter anderem eine ihnen gegenüber fehlende, gebührende Toleranz.

Vorwürfe, die Weida nicht nachvollziehen kann: „Wir sehen uns völlig gleichberechtigt, unsere Lehre ist sogar wesentlich logischer als die anderer Religionen, wir haben bessere Jenseitsversprechungen, wir sind zum Zweifel verpflichtet und somit die einzig wissenschaftliche Religion, und wir sind die ehrlichste von allen, denn wir geben als einzige zu, dass unser Gott ein Monster ist.“











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