Pegida-Lyrics? Xavier Naidoo sorgt mit neuem Song „Marionetten“ für Aufregung

Xavier Naidoo schlägt auf seinem neuen Album wutbürgerliche Töne an. (Bild: Getty Images)

In Deutschland hat Xavier Naidoo inzwischen Michael-Jackson-Status. Vielleicht nicht unbedingt in musikalischen Maßstäben gemessen, aber was seine Person betrifft, erfährt der Mannheimer inzwischen genauso viel Zuneigung und Ablehnung wie der einstige „King of Pop“. Aktuell sorgt er mit einem neuen Song für Aufsehen, der sowohl für viel Zuspruch, aber auch für heftiges Kopfschütteln sorgt.

Dabei geht es um den neuen Song „Marionetten“, Track Nummer 12 auf dem Album „MannHeim“. Es ist das sechste Studioalbum der Söhne Mannheims und auch diesmal singen die Musiker wie üblich gegen „das System“ an. Naidoo, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit schrägen Aussagen über das politische Geschehen auf sich aufmerksam gemacht hatte, bringt in dem Song eine Weltanschauung zum Ausdruck, die jener von Pegida und AfD nicht unähnlich ist.

Drei Themen besingt Xavier Naidoo seit seinen Anfängen: Nächstenliebe, Gott und “das System”. Letzteres würde er gerne ändern. (Bild: Getty Images)

In dem Song schießt sich Naidoo auf die Mächtigen ein: „Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein, seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter, merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein, für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter.“ Soweit, so harmlos. Doch bald schon steigert sich Naidoos Zorn – und klingt wie ein typischer Wutbürger!

In den Liedzeilen geht es weiter: „Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter, Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter. Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid, sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid.“ Ein Aufruf zum Sturm auf den Bundestag?

Wenn es nach Xavier Naidoo geht, dann tummeln sich im Bundestag Volksverräter. (Bild: Getty Images)

Zwar hat sich Naidoo in der Vergangenheit mit keiner politischen Gruppe gemein gemacht , dennoch irritierte er mit Aussagen wie „Deutschland ist kein freies Land“ sogar seine größten Fans.

Dem Erfolg des neuen Tonträgers tut dies aber keinen Abbruch. Auf Amazon bekommt das Album bisher fast durchweg positive Kritiken. „Endlich wieder Musik mit Tiefgang“ schreibt ein Rezensent. Weitere Stimmen: „So viel Mut verdient es unterstützt zu werden“, „Danke für euren Mut!“, „Die Söhne treffen exakt den Nerv der Zeit“, „Ein wertvolles Album“.

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