Pence und Biden wollen sich bald öffentlich impfen lassen

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US-Vizepräsident Pence soll öffentlich geimpft werden.

Wenige Tage nach Beginn einer landesweiten Impfkampagne in den USA will sich US-Vizepräsident Mike Pence vor laufenden Kameras impfen lassen, um "die Sicherheit und Wirksamkeit" des Corona-Impfstoffs zu demonstrieren. Die Impfung von Pence und seiner Frau Karen werde am Freitag stattfinden, teilte das Weiße Haus am Mittwoch mit. Auch der designierte US-Präsident Joe Biden will sich nach eigenen Angaben "eher früher als später" öffentlich impfen lassen. Derweil kündigte Twitter an, gegen Falschinformationen über Corona-Vakzine vorgehen zu wollen.

Das Ehepaar Pence beabsichtige, mit der öffentlichen Aktion "das Vertrauen der US-Bürger" in Impfstoffe zu befördern, erklärte das Weiße Haus. Zuvor hatte der künftige Präsident Biden bekräftigt, sich öffentlich impfen zu lassen. "Wenn ich es mache, werden sie es mitbekommen und wir werden es öffentlich machen", sagte der 78-Jährige vor Reportern.

Der renommierte Corona-Experte Anthony Fauci habe ihm zu dem Schritt geraten: "Dr. Fauci empfiehlt mir, den Impfstoff eher früher als später zu bekommen", sagte Biden. Er hatte bereits Anfang Dezember angekündigt, dass er sich öffentlich impfen lassen werde, und dass er Fauci zu seinem obersten medizinischen Berater machen werde. Ein genauer Impftermin für Biden steht noch nicht fest.

"Absolut offen" für eine Covid-19-Impfung sei auch Präsident Donald Trump, sagte seine Sprecherin Kayleigh McEnany am Dienstag. Trump gilt allerdings derzeit als immun gegen den Erreger, da er bereits an Covid-19 erkrankt war. Trump werde die Impfung zu dem Zeitpunkt erhalten, den sein medizinisches Team für den besten halte, sagte die Sprecherin.

Unterdessen sagte Twitter Falschinformationen über Corona-Impfungen den Kampf an. Künftig würden die "schädlichsten Falschinformationen" gelöscht, teilte das US-Unternehmen am Mittwoch mit. Zudem sollen Tweets, die irreführende Angaben enthalten, gekennzeichnet werden.

Die Maßnahmen, die ab kommender Woche greifen, richten sich unter anderem gegen die Behauptung, dass die Impfungen genutzt würden, um Menschen absichtlich zu schaden oder sie zu kontrollieren. Twitter folgt damit dem Beispiel von Facebook und Youtube, die bereits ähnliche Schritte eingeleitet haben.

In den USA läuft seit Montag eine Impfkampagne mit einem Anti-Corona-Vakzin, das von der Mainzer Firma Biontech und dem US-Konzern Pfizer entwickelt wurde. Dabei werden vorrangig zunächst Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hatte in der vergangenen Woche eine Notfallzulassung für den Biontech-Pfizer-Impfstoff erteilt. Es wird erwartet, dass die FDA bis zum Wochenende auch eine Notfallzulassung für den Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna erteilt.

Die USA sind von den absoluten Zahlen her das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Insgesamt wurden in dem Land bislang rund 16,9 Millionen Ansteckungsfälle erfasst, mehr als 300.000 Menschen starben im Zusammenhang mit der Pandemie. Erst am Mittwoch wurde ein neuer Rekordwert gemeldet: Binnen 24 Stunden wurden 3784 weitere Corona-Tote gezählt, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte. Zudem wurden mehr als 250.000 neue Ansteckungen mit dem Virus registriert - auch dies ist die bislang höchste Zahl.

hg/ck