Pensionsfonds der türkischen Armee will British Steel kaufen

British Steel war in die Pleite gerutscht

Der Pensionsfonds der türkischen Armee Oyak will den insolventen britischen Stahlhersteller British Steel kaufen. Der Fonds habe eine entsprechende Vereinbarung über exklusive Verhandlungen mit dem britischen Unternehmen unterzeichnet, erklärte Oyak am Freitag. Er hoffe darauf, dass seine Ataer Holding den Kauf bis Ende dieses Jahres abschließen könne.

Der Plan, British Steel zu übernehmen, sei Teil der "regionalen Wachstumsstrategie" von Oyak in der Stahlbranche, teilte der Pensionsfonds mit. Er hat nun Zeit für Gespräche und Verhandlungen mit Angestellten, Zulieferern, Gewerkschaften und Kunden und kann das insolvente Unternehmen genau unter die Lupe nehmen. Dieser Prozess könnte bis Ende September abgeschlossen sein.

Der Pensionsfonds der türkischen Armee war 1961 gegründet worden, ein Jahr nach dem ersten Militärputsch des Landes. Er hat rund 363.000 Mitglieder. Sein Vermögen belief sich 2018 auf 19,3 Milliarden Dollar (17,4 Milliarden Euro). Über die Ataer Holding ist Oyak bereit größter Aktionär des türkischen Stahlkonzerns Erdemir.

Die britische Justiz hatte im Mai die Zwangsauflösung von British Steel angeordnet, nachdem zuvor Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens gescheitert waren. Der Stahlhersteller macht für seine immensen finanziellen Schwierigkeiten vor allem das Brexit-Chaos verantwortlich. Auf dem Spiel stehen bei British Steel rund 5000 Jobs, hinzu kommen 20.000 weitere Stellen, die durch die Lieferkette mit British Steel verbunden sind.