Personalklüngel: Kölner CDU-Chef nach Stellenangeboten für Parteifreund in der Kritik

Oberbürgermeisterin Reker wirbt für einen Kulturwandel in Stadtverwaltung.

Dass Parteichefs Parteifreunden Jobs in der Stadtverwaltung vermitteln, soll der Vergangenheit angehören. „So etwas funktioniert bei uns nicht mehr“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie wisse, dass die Strukturen früher so waren. Dieses Denken bestehe leider bei einigen noch immer. „So ein Kulturwandel braucht Zeit.“ Der Auswahlprozess orientiere sich „strikt an der fachlichen und persönlichen Eignung“, so Stadtdirektor Stephan Keller, zuständig für das städtische Personal. Man freue sich über Bewerbungen. „Wir begrüßen es auch, wenn von dritter Seite potenzielle Kandidaten ermutigt werden, sich bei uns zu bewerben.“

Petelkau schweigt zu den Vorwürfen

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte am Freitag über einen Vorgang aus dem Jahr 2015 berichtet. CDU-Parteichef Bernd Petelkau hatte einem Parteifreund und Bezirksvertreter zweimal freie Stellen in der Verwaltung angeboten. Wenn er Interesse habe, könne er „den Einstellungsprozess starten“. Es ging um Jobs, die „ohne große Ausschreibung“ vergeben würden. Zudem stellte Petelkau eine berufliche Karriere in der Verwaltung in Aussicht: „Wenn Du einmal in der Verwaltung bist, können wir dann viel leichter Deine Weiterentwicklung planen.“

Petelkau wollte sich auch am Freitag nicht zum Vorgang äußern. SPD und Linke sparten erwartungsgemäß nicht mit Kritik. „Herr Petelkau muss den Sachverhalt bezüglich der Bewerbungen seines Günstlings schnell aufklären“, so Jörg Detjen, Fraktionschef der Linken. „Hier handelt es sich nicht um eine interne Personalangelegenheit in der CDU, sondern um begehrte Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung. Diese müssen nach Qualifikation und nicht nach Seilschaften vergeben werden.“

Stellungnahme wird erwartet

Gerrit Krupp, SPD-Sprecher im Verwaltungsausschuss des Stadtrates sagt: „Es gibt Spielregeln, an die sich alle halten müssen. Daran gemessen zu werden gilt erst recht, wenn man sich wie Bernd Petelkau immer wieder selbst als entschiedener Kritiker des Postenklüngels dargestellt hat.“ Man erwarte eine klare Stellungnahme.

Die Grünen, Partner der CDU im Ratsbündnis, äußerten sich zurückhaltend: Man habe „keinen Bedarf“, etwas zu einem Vorgang aus dem Jahr 2015 zu sagen. Die grundsätzliche Haltung der Grünen sei klar, so Fraktionsgeschäftsführer Jörg Frank. Kompetenz und fachlich-persönliche Eignung müssten bei Stellenbesetzungen ausschlaggebend sein, nicht die Parteizugehörigkeit. Die FDP erklärte kurz und knapp: Sie beteilige sich auch nicht „an Ränkespielen frustrierter Kölner CDU-Mitglieder“, die SMS-Nachrichten veröffentlichten....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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