Perus Parlamentspräsident übernimmt Amt des Staatschefs nach Absetzung Vizcarras

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Manuel Merino (r.) wird kommissarisch Präsident Perus
Manuel Merino (r.) wird kommissarisch Präsident Perus

Einen Tag nach der Absetzung des peruanischen Präsidenten Martín Vizcarra hat der Chef des Parlaments das höchste Staatsamt kommissarisch übernommen. Der 59-jährige Manuel Merino legte am Dienstag den Amtseid ab. Er ist damit bereits der dritte Präsident des Andenstaates seit 2016. Vizcarra war am Montag vom Parlament abgesetzt worden; seine Amtsperiode geht offiziell noch bis Juli 2021. Bis dahin übernimmt Merino nun den Posten. 

In seiner ersten Rede vor dem Parlament versicherte Merino, dass seine "erste Verpflichtung darin besteht, den laufenden Wahlprozess zu respektieren". Niemand könne "das Datum der für den 11. April 2021 geplanten Wahlen ändern", versicherte er. Mit Ende der eigentlichen Amtszeit von Vizcarra im Juli 2021 werde er aus dem Amt ausscheiden. 

Vizcarra wurde aufgrund von Korruptionsvorwürfen abgesetzt, die in die Zeit vor seiner Ausübung des Präsidentenamts zurückdatieren. Als Gouverneur der Region Moquegua soll Vizcarra im Jahr 2014 Bestechungsgelder von Unternehmern kassiert haben, um diesen öffentliche Aufträge zuzuschustern.

Vizcarra hatte das Präsidentenamt vor zwei Jahren mit dem erklärten Ziel angetreten, die weit verbreitete Korruption in dem südamerikanischen Land zu bekämpfen. Der 57-Jährige ist in der Bevölkerung äußerst populär. 

mkü/