Peter Altmaier trendet mit Abschied aus Politik auf Twitter

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Kurz und knapp formuliert der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier seinen Abschied aus dem Bundestag auf Twitter und packt noch eine kleine Entschuldigung in den Tweet – das wird ihm vielfach übelgenommen.

Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier verzichtet auf sein Bundestagsmandat.
Peter Altmaier hat sich mit einem Tweet aus dem Bundestag verabschiedet. Seine knappe Formulierung gefällt nicht allen. Foto: Markus Schreiber / Pool via Reuters

Am Dienstag fand sich der Bundestag zur konstituierenden Sitzung zusammen, damit begann offiziell die neue Wahlperiode und endete die alte. Das bedeutete für zahlreiche Politiker*innen, Abschied zu nehmen – weil sie fortan keine Abgeordneten mehr sind. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nutzte dafür einen eher ungewöhnlichen Weg: Twitter. Er erhielt dort in der Folge nicht nur Glückwünsche für seinen weiteren Weg.

„Sorry für Fehler“

Altmaier gehörte seit 1994 dem Bundestag an. Vor rund drei Wochen verkündete er bereits gemeinsam mit Verteidigungsministerin und Unionskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass beide künftig auf ihre Mandate verzichten wollten. Um Platz zu machen für einen Generationenwechsel und frisches Personal innerhalb ihrer Partei – denn Erneuerung sei nach der Wahlniederlage möglich, man müsse sie nur wollen.

Am Dienstag nahm Altmaier nun Abschied mit den folgenden Worten:

„Guten Morgen Deutschland! Heute endet meine Mitgliedschaft im Bundestag – nach 27 guten Jahren. Ich habe gekämpft & gerungen, für Deutschland & Europa, für meine Überzeugung & für meine Partei. Mit Respekt für alle Demokraten. Danke für Support & sorry für Fehler. Macht’s gut & besser! Thx!“

Zwischenzeitlich wurde der Tweet über 2.500-mal kommentiert und fast 23.000-mal gelikt. Darunter finden sich nicht nur Glückwünsche für die Zukunft, sondern auch viel Kritik an den getroffenen politischen Entscheidungen Altmaiers.

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Jemand schreibt etwa: „Gruß an die zukünftigen KollegInnen bei RWE.“ Damit wird auf die Summe von knapp 4,4 Milliarden Euro angespielt, die das Wirtschaftsministerium unter Altmaier für die Energiekonzerne Leag und RWE als Entschädigung für den Kohleausstieg ausgerechnet hat. Der Spiegel urteilte im Mai, dass Altmaier die Entschädigung aufgebläht habe und seine Berechnungen fragwürdig seien.

In eine ähnliche Richtung deutet auch ein weiterer Kommentar, der in Altmaier einen Blockierer für den Ausbau der erneuerbaren Energien sieht: „Respekt hätte ich, wenn er sich für seine zerstörerische Tätigkeit im Bereich EE entschuldigen würde, aus der CDU austreten würde, einem Umweltverband beitreten und versuchen würde, den politischen Einfluß der CDU i.d. Zukunft mit aller Macht zu bekämpfen.“

Keine Lust, Korrektur zu lesen?

Andere stoßen sich eher an der flapsigen Formulierung, mit der sich Altmaier verabschiedet hat: „Das ‚Sorry‘ ist hiermit offiziell abgelehnt, für den Klimaschutzverhinderer Nr. 1 reicht das nicht als Entschuldigung. Wir wollen Wiedergutmachung.“ Oder: „Hoffe ich kann auch einfach ‚Sorry für meine Fehler‘ sagen, wenn ich in Rente gehe, und erwarten, dass Leute mir verzeihen, obwohl ich Milliarden in den Sand gesetzt habe.“ Und: „‚sorry für Fehler, thx‘ ist was 13-jährige unter ihre erste Fanfic schreiben, wenn sie keinen Bock hatten, Korrektur zu lesen.“

Nette Abschiedsworte finden sich auch

Vor allem von ehemaligen Kolleg*innen gibt es aber auch nette Worte, beispielsweise: „Danke für Ihre Arbeit und Respekt für Ihre selbstbestimmte Entscheidung.“ Oder: „Lieber Peter, ein engagierter Europäer geht ab - für die Kommission warst Du ein zuverlässiger wie auch herausfordernder Partner. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Ich bin sicher, dass Du auch künftig einen Weg finden wirst, Dich europapolitisch zu engagieren. Alles Gute!“ Und: „Alles Gute, lieber Peter! Danke für die gute Zusammenarbeit über viele Jahre.“

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