Peter Jackson wirft Weinstein Schmutzkampagne gegen Schauspielerinnen vor

Peter Jackson

Der Oscar-prämierte neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat dem früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein eine Schmutzkampagne in den 90er Jahren gegen Schauspielerinnen vorgeworfen, die zuletzt Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben hatten. Jackson, der bei der anfänglichen Produktion von "Herr der Ringe" mit Weinstein und dessen Bruder Bob zusammenarbeitete, sagte am Freitag, die beiden hätten sich wie "zweitklassige Mafia-Tyrannen" benommen.

Zwar habe er keine direkte Kenntnis von Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Weinstein gehabt, der Produzent habe ihn aber unter Druck gesetzt, die Hollywood-Schauspielerinnen Ashley Judd und Mira Sorvino nicht zu beschäftigen. Beide Schauspielerinnen hatten Weinstein zuletzt öffentlich der sexuellen Belästigung beschuldigt.

Ende der 90er Jahre seien Judd und Sorvino im Gespräch für Rollen in "Herr der Ringe" gewesen, als Weinsteins Produktionsfirma Miramax eingeschritten sei. "Ich erinnere mich, dass Miramax uns sagte, es sei ein Albtraum mit ihnen zu arbeiten und wir sollten sie um jeden Preis meiden", sagte Jackson der Mediengruppe Fairfax New Zealand.

Zu diesem Zeitpunkt habe er keinen Grund gehabt, das in Frage zu stellen. Im Nachhinein sei ihm aber klar geworden, "dass damit die Miramax-Schmutzkampagne wohl in vollem Gange" war. Er gehe nun davon aus, dass es sich um "falsche Informationen über diese beiden talentierten Frauen" gehandelt habe.

Miramax hatte sich letztlich von der "Herr der Ringe"-Produktion zurückgezogen, die Trilogie wurde schließlich von New Line produziert. Regisseur Jackson sagte, Harvey und Bob Weinstein seien nicht "die Art von Leuten" gewesen, mit denen er arbeiten wollte. "Also tat ich das nicht", sagte er. "Filmemachen macht viel mehr Spaß, wenn man mit netten Leuten arbeitet", sagte er.

Inzwischen erheben mehr als hundert Frauen Vorwürfe gegen Harvey Weinstein - diese reichen von Belästigung bis zur Vergewaltigung.

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