Petra Ahrens, Vermögensverwalterin - Vermögensverwalterin verrät, wie auch Laien ihr Geld vermehren können

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Petra Ahrens, Vermögensverwalterinprivat

In Zeiten, in denen die Finanzmärkte immer komplexer und unsicherer werden, suchen viele Menschen professionelle Hilfe, um ihr Vermögen zu schützen und zu vermehren. Doch was, wenn man nicht weiß, wie? Petra Ahrens von der MAIESTAS Vermögensmanagement AG verrät im BUSINESS TALK, wie Investitionen auch für Laien interessant werden und worauf es dabei ankommt.

Frau Ahrens, wer wenig Ahnung oder keine Muse hat, sich mit dem Thema Finanz-Invest zu befassen, hat die Möglichkeit, Vermögensverwalter zu beauftragen. Können Sie uns kurz erklären, wie das Prinzip Vermögensverwaltung funktioniert?

Petra Ahrens: Der große Unterschied der Vermögensverwaltung ist die Unabhängigkeit. Der unabhängige Vermögensverwalter hat keine eigenen Finanzprodukte. Das bedeutet, es gibt keine Interessenskonflikte, wie zwischen Banken und ihren Kunden, bestimmte Produkte zu empfehlen, um die eigenen Gewinne zu maximieren. Stattdessen arbeitet die Vermögensverwaltung im besten Interesse des Kunden und wählt Anlagen aus, die am besten zu seinen individuellen Zielen und Risikotoleranzen passen. Dieser Ansatz bietet oft eine größere Transparenz, Flexibilität und meist auch die höhere Rendite.

Welche Vorteile bieten Vermögensverwalter im Vergleich zur Selbstverwaltung?

Petra Ahrens: Eine professionelle Vermögensverwaltung hat das Know-How über sämtliche Finanzmarktinstrumente und kann alles abbilden, sei es Aktien, Anleihen, Rohstoffe etc. Die besten Aussichten auf eine stabile und gute Rendite, haben Sie, wenn Sie die Märkte verstehen, täglich beobachten und aktiv eingreifen. Dies ist unsere tägliche Arbeit, für einen Selbstentscheider ist dieser Aufwand schwierig. Hinzu kommen spezielle Börsensysteme, die uns bei der detaillierten Analyse von Finanzkennzahlen zur Verfügung stehen. Und sicherlich auch ein wichtiger Faktor, als Vermögensverwalter sind wir weniger emotional und gehen eher rational mit Zahlen, Daten und Fakten um. Dies hilft in brisanten Zeiten den Überblick zu behalten und auch schon mal gegen die allgemeine Panik oder auch Euphorie zu handeln.

Was unterscheidet unabhängige Vermögensverwalter von anderen Beratern auf dem Markt? Woran erkennt man einen seriösen unabhängigen Vermögensverwalter?

Petra Ahrens: Bankberater sind nicht unabhängig und werden primär die bankeigenen Produkte verkaufen, die erhöhte Kosten haben und nicht immer in Sinne des Kunden sind. Finanzberater hingegen können nicht im Rahmen einer Vermögensverwaltung tätig werden. Hierzu bedarf es einer Lizenz gemäß §15 WpIG unter Aufsicht der Bundesaufsichtbehörde für Finanzen (BaFin), um Wertpapierdienstleistungen zu erbringen. Die Finanzberater greifen daher in ihrer einmaligen Beratung auch eher auf teure Fonds zurück als auf Einzelwerte.

Ein Vermögensverwalter, der unter der Aufsicht der BaFin steht, wird jährlich geprüft. Weiterhin gibt es den Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. , dem ca. 380 Vermögensverwalter angehören. Diese unterliegen einem gewissen Ehrenkodex, denen man durchaus vertrauen kann. Am Ende des Tages zählt jedoch immer der persönliche Eindruck und ob man zueinander passt. Daher sollte man sich auf alle Fälle persönlich vorstellen und prüfen, ob die Erwartungen und Ansprüche, die man als Kunde hat, auch gehört und verstanden werden.

Welche Faktoren sollten Anleger bei der Auswahl eines Vermögensverwalters berücksichtigen? Gibt es bestimmte Zertifizierungen oder Qualifikationen, auf die Anleger bei der Auswahl eines Vermögensverwalters achten sollten?

Petra Ahrens: Ein unabhängiger Vermögensverwalter kann nur handeln, wenn er den § 15 WpIG hat und somit unter der Aufsicht der BaFin steht.

Ich kann nur empfehlen, sich mehrere Vermögensverwalter anzuschauen und zu prüfen, ob diese verständnisvoll und aktiv handeln. Entscheidend ist auch der persönliche Kontakt, kennt mich mein Vermögensverwalter, im besten Falle auch meine Familie, meine finanziellen und persönlichen Umstände oder gar meine Erben. Werde ich nach meinen Renditevorstellungen gefragt, aber vor allen Dingen auch nach meiner Risikobereitschaft. Und dann natürlich, wie entwickelt sich mein Portfolio, mein Geld, dass ich unter die Verwaltung gestellt habe, in guten, wie auch in schlechten Zeiten. Habe ich jederzeit Einsicht und Zugriff auf mein Portfolio und verstehe ich, was für mich gehandelt wird.

Wie können Vermögensverwalter dabei helfen, langfristige Anlageziele zu erreichen?

Petra Ahrens: Indem ich zuallererst meinen Kunden frage, welches die persönlichen Anlageziele sind. Ggfs. muss ich auch aufklären, dass eine gewisse Renditeerwartung nicht mit der geringen Risikobereitschaft einhergehen.

Die letztendliche Anlage von Wertpapieren ist keine wirkliche Raketenwissenschaft. Wir selbst sind klare Befürworter einer fundamentalen Analyse. Uns überzeugen nicht Marktsituationen oder irgendwelche gehypten Trends; uns überzeugen klare Fakten von soliden Unternehmen, die eine gewisse Preissetzungsmacht und natürlich Größe besitzen. Diese Unternehmen sind auch in Krisenzeiten in der Lage zu überleben und zeigen eine gewisse Stärke und Resilienz. Dafür analysieren wir kontinuierlich deren Bilanzen, und das auf einen langen Zeitraum. Wichtige Parameter, wie die Gewinnentwicklung, Cashflow, Verschuldung und die operative Marge sind nur einige der Faktoren, die wir stets kontrollieren. Wenn wir die „richtigen“ Aktien finden, sprechen wir nicht von Risiken, sondern von Schwankungen und die wissen wir aktiv zu handeln.

Abschließend: Welche Investitionstrends würden Sie Kunden aktuell als unabhängige Vermögensverwalterin empfehlen?

Zwei wichtige Faktoren bestimmen unsere Kapitalmarktstrategie und -stabilität. Die Menschen werden immer älter und sie werden immer mehr.

Hieraus lassen sich dann die Megatrends für die Zukunft ableiten. Zum einen Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, denn gegessen und getrunken wird immer. Weiterhin notwendig die Basiskonsumgüter, wie Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Textilien. Bei einer immer älter werdenden Bevölkerung erlangen auch die Gesundheits- und Pharmabranche immer größere Beachtung.

Natürlich wird unsere Zukunft auch von der Technologie und der künstlichen Intelligenz bestimmt.  Und für uns - last but not least - das Thema Luxus. Es wird immer Menschen geben, die für Luxusartikel Geld ausgeben. Die allgemein wachsende Mittelschicht (vor allen Dingen in China) wird diese Nachfrage antreiben, gepaart mit der extra künstlichen Verknappung der Angebote solcher Unternehmen.

Frau Ahrens, vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Einblicke.