Nach Petry-Absage: AfD-Parteitag wird im Zeichen der Personalquerelen stehen

Am Samstag findet im Kölner Maritim Hotel der Bundesparteitag der AfD statt.

Wenn sich an diesem Wochenende die rund 600 Delegierten der „Alternative für Deutschland“ im Kölner Maritim Hotel zu ihrem Bundesparteitag treffen, ist nur eines klar: Es wird hoch hergehen, drinnen im Saal, wo die Partei um ihre Zukunft ringt, und draußen, wo Tausende von Gegendemonstranten erwartet werden. Vor knapp zwei Jahren, im Juli 2015, folgte der vorletzte Parteitag in Essen dem nationalkonservativen Flügel, der sich damals hinter Frauke Petry scharte. Mit seiner Hilfe stürzte sie Bernd Lucke, einen der bürgerlich-konservativen Gründer der AfD, die Partei spaltete sich.   

In Köln sollte es vor allem um das Programm für die Bundestagswahl im September gehen. Im Entwurf dafür plädiert die AfD für nicht weniger als die Wiederherstellung der Demokratie in Deutschland und präsentiert sich als islamfeindlich und beinhart im Asylrecht. Grundlage dafür ist eine Mitgliederbefragung, die Anfang des Jahres online durchgeführt wurde. 

Petry will keine Spitzenkandidatin werden

Die AfD ist aber derart zerstritten, dass auch der Parteitag im Zeichen der Personalquerelen stehen wird. Tagesordnungspunkt 10 ist der „Beratung und Beschlussfassung über die Spitzenkandidaten“ vorbehalten.

Am Mittwoch hatte die heutige Ko-Bundesvorsitzende Frauke Petry für viele überraschend erklärt, dass sie weder als alleinige Spitzenkandidatin noch in einem Team zur Verfügung stehe – ein weiterer Alleingang der 41-Jährigen. Nun ist nach wie vor offen, wer die AfD in den Wahlkampf führen wird und ob es überhaupt ein Team aus Spitzenkandidaten geben wird.

Sachsen-Anhalts AfD-Chef Andre Poggenburg, der dem Rechtsaußen Björn Höcke nahesteht und einer der schärfsten Gegner Petrys ist, will, dass sich die Partei doch noch auf ein Team einigt. „Es ist ein Team notwendig, das die verschiedenen Strömungen in der AfD abbildet“, sagte er. Bis zuletzt hatte er sich dafür ausgesprochen, dass Petry und der rechtsnationale brandenburgische AfD-Chef Alexander Gauland ihm angehören. 

„Punkten durch Themen, nicht durch die Köpfe“

Das war an den Differenzen zwischen Gauland und Petry gescheitert, ihr Verhältnis gilt als zerrüttet, seitdem sich Gauland im Streit um den von Petry betriebenen Parteiausschluss von Höcke auf dessen Seite gestellt hat.

Andere können sich aber durchaus vorstellen, ganz ohne Spitzenteam in den Wahlkampf zu ziehen, etwa der als moderat geltende Berliner AfD-Chef Georg Pazderski.  „Wir punkten durch Themen, da sind die Köpfe nicht so wichtig“, glaubt er. 

Der Streit um die Spitzenkandidatur wird erbittert geführt, in ihm spiegelt sich auch die Orientierungslosigkeit der Partei wider. Seitdem die Flüchtlinge nicht mehr den öffentlichen Diskurs bestimmen, ist der AfD erneut ihr Thema abhandengekommen, in Umfragen liegt sie bei nur noch acht Prozent der Wählerstimmen. Die Basis hatte sich für ein Kandidatenteam ausgesprochen, Interessenten sollten sich im März bewerben und anschließend die Mitglieder abstimmen. Da sich aber...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen