Petry will weiterhin gezielt in Parteifragen eingreifen

AfD-Parteichefin Frauke Petry will sich auch nach ihrem gescheiterten Versuch einer Kursklärung auf dem Kölner Parteitag weiter in Parteifragen einmischen. Zugleich räumte sie ein, eine "klare Abstimmungsniederlage" erlitten zu haben. 

AfD-Parteichefin Frauke Petry will sich auch nach ihrem gescheiterten Versuch einer Kursklärung auf dem Kölner Parteitag weiter in Parteifragen einmischen. Auch künftig werde ein "gezieltes Eingreifen des Bundesvorstands oder meiner Person weiterhin notwendig sein - wenn sich Entwicklungen ergeben, von denen ich glaube, dass sie für die Partei schädlich sind", sagte Petry am Sonntag der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Zugleich räumte sie ein, auf dem Parteitag eine "klare Abstimmungsniederlage" erlitten zu haben.

Petry will künftig dem Spitzenduo Alexander Gauland und Alice Weidel "die erste Reihe überlassen", da sie auch "ein bisschen unverbrauchter" als sie selbst seien. Gleichzeitig erhöhte sie in der ARD-Sendung den Druck auf Partei-Vize Gauland: Auf diesen komme "in den nächsten Monaten sehr viel Verantwortung zu, mehr als er in der Vergangenheit getragen hat", sagte Petry. "Und er muss sich aber in dieser Position natürlich auch beweisen."

Auf ihrem Bundesparteitag in Köln hatte die AfD Parteivize Gauland und die baden-württembergische Ökonomin Weidel als Spitzenduo für den Bundestagswahlkampf gekürt. Wenige Tage zuvor hatte Parteichefin Petry ihren Verzicht auf eine Spitzenkandidatur erklärt. Auf dem Parteitag scheiterte sie mit ihrem Vorhaben, die AfD auf einen "realpolitischen Kurs" mit dem Ziel des Mitregierens einzuschwören. Die Delegierten lehnten eine Befassung mit ihrem Antrag ab.

Spitzenkandidatin Weidel sieht die AfD in den kommenden Jahren klar in der Opposition. "Man muss auch realistisch bleiben: Mit der AfD möchte niemand koalieren", sagte sie dem Sender Phoenix. Eine Regierungsbeteiligung nach der im Herbst anstehenden Bundestagswahl schloss sie aus. "Wir führen die AfD frühestens im Jahr 2021 in die Koalitionsfähigkeit", sagte Weidel dem Sender.

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