Nach Petrys Rückzug: "Die AfD wird wegen ihres Programms gewählt"

Nach dem Verzicht von Frauke Petry auf die Spitzenkandidatur bemüht sich der moderate Flügel der AfD um Schadensbegrenzung.

Gute Miene zum bösen Spiel machen un d eine Niederlage als unbedeutend verkaufen: Für Spitzenpolitiker gehört das zum Geschäft. Man sollte das im Hinterkopf haben, wenn man die Äußerungen des Partei- und Fraktionschefs der Berliner AfD, Georg Pazderski, zum Verzicht der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry auf die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl richtig einordnen will. Der Berliner Morgenpost sagte Pazderski hierzu: "Die AfD wird nicht wegen ihrer Köpfe, sondern wegen ihres Programms gewählt." Petrys Ankündigung habe in der Partei eine Diskussion entfacht. Aber jeder sei ersetzbar.

Doch ganz so gelassen, wie er die Journalisten glauben lassen wollte, dürfte der einstige Bundeswehr-Oberst die Nachricht, dass Petry auf eine führende Rolle im Bundestagswahlkampf verzichten will, nicht aufgenommen haben. Denn persönlich, so heißt es in der Partei, waren die beiden zwar nicht immer die größten Freunde. Im Streit über die künftige Ausrichtung der AfD wurden sie aber zu Verbündeten: Beide wollen die Partei auf einen für AfD-Verhältnisse vergleichsweise moderaten Kurs einschwören. Beide wollen die Partei koalitionsfähig machen. Beide wollen den Rechtsaußenflügel schwächen und den thüringischen Rechtsausleger Björn Höcke ausschließen.

Um die AfD auf die eher gemäßigte Linie festzulegen, wollte Petry die rund 600 Delegierten beim Kölner Parteitag am Wochenende sogar über einen entsprechenden Antrag abstimmen lassen. Dass sie nun auf die Spitzenkandidatur verzichtet hat, werten vi...

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