Pflegeversicherung 2019 mit 3,3 Milliarden Euro im Plus

Die Pflegeversicherung hat das vergangene Jahr mit einem Plus von 3,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Die Rücklagen entsprechen demnach knapp 1,9 Monatsausgaben.

Das Plus im vergangenen Jahr erkläre sich allein durch die Anfang 2019 erfolgte Beitragssatzerhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent für Versicherte mit Kindern sowie auf 3,3 Prozent für Kinderlose, berichtete die Zeitung weiter. Laut Gesundheitsministerium verfüge die private Pflegeversicherung zudem über erhebliche Altersrückstellungen. Sie beliefen sich 2018 auf knapp 36,2 Milliarden Euro.

Die Linken-Sozialexpertin Zimmermann sagte dem RND, grundsätzlich sei die Pflege in der Deutschland aber unterfinanziert: "Dies zeigt sich in hohen Eigenanteilen der Versicherten, da von vornherein nur ein Teil der Kosten übernommen wird." Viele Menschen könnten dies nicht bezahlen und müssten Hilfe zur Pflege beantragen.

Auch der Spitzenverband der Pflegekassen erklärte am Wochenende, bei den Eigenanteilen der Pflegebedürftigen sei "das Ende der Fahnenstange erreicht". Ein Sprecher des Verbandes sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, die Einführung eines "verlässlichen Bundeszuschusses" für die Pflegeversicherung sei "überfällig", um deren Finanzierung auf mehr Schultern zu verteilen.

Die Linken-Politikerin Zimmermann sagte dem RND, in der privaten Pflegeversicherung seien überwiegend junge, gut verdienende Versicherte, bei denen das Risiko, zum Pflegefall zu werden, deutlich geringer sei als bei den Versicherten in der sozialen Pflegeversicherung. "Die Existenz der privaten Pflegeversicherung gefährdet die langfristige Finanzierbarkeit der sozialen Pflegeversicherung, denn dem Solidarsystem werden Beiträge Gutverdienender mit niedrigem Kostenrisiko entzogen."