Philippinen rücken Todesstrafe einen entscheidenden Schritt näher

Der philippinische Präsident Duterte wurde vom US-Kollegen Trump laut Medienberichten für seinen unerbittlichen Anti-Drogen-Krieg gelobt

Auf den Philippinen ist die Wiedereinführung der Todesstrafe einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Im Unterhaus wurde der entsprechende Gesetzentwurf am Mittwochabend in zweiter Lesung gebilligt. "Wir haben die schwierigste Hürde genommen", sagte der Abgeordnete Reynaldo Umali der Nachrichtenagentur AFP. Für die kommende Woche ist die letzte und abschließende Lesung geplant, allerdings ohne Debatte, weshalb die Verabschiedung als Formalie gilt.

Die Wiedereinführung der Todesstrafe ist eines der Hauptanliegen von Präsident Rodrigo Duterte, der einen unerbittlichen Kampf gegen Drogenkriminelle führt. Seit seinem Amtsantritt im Juni wurden bereits mehr als 2550 Menschen im Drogenkrieg von der Polizei getötet. Mehr als weitere 4000 starben unter ungeklärten Umständen.

Nach dem Gesetzentwurf, den Dutertes Verbündete eingebracht haben, sollen künftig auch Kinder von gerade einmal neun Jahren wie Erwachsene bestraft werden können. Die katholische Kirche und Menschenrechtsaktivisten haben wiederholt scharfe Kritik an dem Vorhaben geäußert. Jerome Secillano, ranghohes Mitglied der Katholischen Bischofskonferenz, nannte das Votum im Unterhaus eine "unmenschliche, beschämende und offensichtlich respektlose" Entscheidung.

Die Philippinen hatten die Todesstrafe 2006 nach einer langen Debatte abgeschafft. Vor allem die katholische Kirche, der 80 Prozent der Philippiner angehören, hatte für die Abschaffung gekämpft.

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