Philippinische Präsidenten-Tochter Sara Duterte kandidiert für Vizepräsidentenamt

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Sara Duterte mit Vater Rodrigo 2018 in China (AFP/-)

Sara Duterte, die Tochter des scheidenden philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, wird bei der Präsidentschaftswahl im Mai für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren. Das teilte die Wahlkommission des südostasiatischen Landes am Samstag, zwei Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist, mit. Dutertes Sprecherin Christina Garcia Frasco bestätigte die Ankündigung bei Facebook. Lange war spekuliert worden, Sara Duterte könnte für die Nachfolge ihres Vaters kandidieren, der nicht mehr für ein zweites sechsjähriges Mandat antreten darf.

Die derzeitige Bürgermeisterin der Stadt Davao war am Donnerstag Medienberichten zufolge aus ihrer Regionalpartei ausgetreten und der Partei ihrer Verbündeten, der früheren Präsidentin Gloria Arroyo, beigetreten. Zuvor hatte Duterte bereits auf eine erneute Kandidatur für ihren derzeitigen Bürgermeister-Posten verzichtet. Ihre überraschenden Schritte hatten die Spekulationen über eine Kandidatur der 43-Jährigen für die Nachfolge ihres Vaters weiter angeheizt.

Präsident und Vizepräsident werden auf den Philippinen getrennt gewählt. Dutertes Verzicht auf eine Kandidatur erhöht nun die Aussicht des Präsidentschaftskandidaten Ferdinand Marcos Jr. auf einen Wahlsieg im Mai. In den Umfragen liegt Duterte in der Wählergunst bisher vor dem 64-jährigen Sohn des früheren Diktators Ferdinand Marcos.

"Dass Duterte für die Vizepräsidentschaft kandidiert, besiegelt mehr oder weniger die Position von Marcos als Spitzenkandidat," sagte der Politikexperte Richard Heydarian der Nachrichtenagentur AFP. Die Marcos-Familie verfügt im Norden und Zentrum des Landes über breite Unterstützung, Rodrigo Duterte und seine Tochter haben ihre Hochburg vor allem im Süden.

Rodrigo Duterte ist wegen seines blutigen Anti-Drogenkriegs umstritten, dem bereits tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Kritiker werfen dem 76-Jährigen vor, den Sicherheitskräften freie Hand in ihrem brutalen Vorgehen gelassen und damit der Willkür Tür und Tor geöffnet zu haben. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat inzwischen Ermittlungen gegen ihn aufgenommen.

Analysten hatten auch deshalb mit einer Kandidatur seiner Tochter für das Präsidentenamt gerechnet, weil sie ihn bei einem Wahlsieg besser vor Anklagen hätte schützen können. Nach den Worten von Experte Heydarian hatte sich in letzter Zeit das Momentum aber "zugunsten von Marcos Jr." verschoben.

Sollte Marcos Jr. tatsächlich siegen, wäre dies die Krönung eines bemerkenswerten politischen Comebacks seit einem Volksaufstand im Jahr 1986, bei dem sein Vater gestürzt und die Familie ins Exil in die USA getrieben wurde.

ans/gap

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