Philippinen verkünden Ende des Anti-IS-Kampfes im Süden des Landes

Fünf Monate nach Beginn der Kämpfe gegen IS-Anhänger in der philippinischen Stadt Marawi hat die Regierung die Kampfhandlungen für beendet erklärt

Der fünfmonatige Kampf gegen Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Süden der Philippinen ist beendet. "Wir verkünden nun das Ende aller Kampfhandlungen in Marawi", sagte der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana am Montag mit Blick auf die südliche Stadt, in welcher sich die Islamisten im Mai festgesetzt hatten. US-Verteidigungsminister James Mattis lobte den Erfolg der philippinischen Streitkräfte.

"Es gibt keine Aufständischen mehr in der Stadt Marawi", sagte Lorenzana vor Journalisten am Rande eines Treffens zur regionalen Sicherheit in der nordphilippinischen Stadt Clark.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, Marawi sei "vom Einfluss der Terroristen befreit". Die Kampfhandlungen gegen die IS-Anhänger dauerten zunächst aber weiter an. Generalstabschef Eduardo Ano sagte am Montag, die Islamisten hätten sich geweigert aufzugeben. "Sie kämpften bis zum letzten Atemzug", sagte er.

Die letzten Kampfhandlungen hätten in einer Moschee von Marawi stattgefunden, sagte Ano. Nach dem Ende der Kämpfe seien die Leichen von 42 Islamisten gefunden worden, 20 Geiseln hätten indes befreit werden können.

US-Verteidigungsminister Mattis, der an dem Sicherheitstreffen in Clark teilnehmen wollte, lobte die philippinischen Streitkräfte. "Eines der ersten Dinge, die ich bei meiner Ankunft tun werde, ist, dem philippinischen Militär zur Befreiung von Marawi von den Terroristen zu gratulieren", sagte Mattis vor Journalisten. Das Militär habe "den Terroristen eine sehr starke Botschaft" übermittelt.

Die Philippinen sind mehrheitlich katholisch. Im Mai hatten sich Islamisten in Marawi auf der südphilippinischen Insel Mindanao festgesetzt, um dort nach dem Vorbild des IS ein Kalifat auszurufen.

Die philippinischen Regierungstruppen wurden in ihrem Kampf gegen die Islamisten von den USA unterstützt. Bei den Kämpfen um Marawi wurden mehr als 1100 Menschen getötet. Nach Armeeangaben handelte es sich dabei überwiegend um islamistische Aufständische. Bei den Kämpfen war nach Regierungsangaben zuletzt auch der IS-Chef in Südostasien, Isnilon Hapilon, getötet worden. Er stand auf der US-Liste der meistgesuchten Terroristen der Welt.

Die muslimische Minderheit auf den Philippinen sieht den Süden des Landes als ihre angestammte Heimat an. Muslimische Rebellen kämpfen dort seit den 70er Jahren um die Unabhängigkeit oder Autonomie. Die größte muslimische Rebellengruppe, die Moro Islamische Befreiungsfront (Milf), führt indes Verhandlungen mit der Regierung für ein Ende des Aufstands und distanziert sich vom IS.

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