Philosoph Precht wettert bei „Markus Lanz“ gegen Cem Özdemir

Hängt beruflich Gedanken nach: Philosoph Richard David Precht. (Bild: ddp Images)

In der Sendung von Markus Lanz wollte Richard David Precht eigentlich sein neues Buch bewerben. Doch bevor er dies tat, sprach der Intellektuelle mehrere Minuten über eine mögliche Jamaika-Koalition – und ätzte gegen den nicht anwesenden Grünen-Realo Cem Özdemir.

In diesen Tagen kommt keine Talk-Show im deutschen Fernsehen ohne das Thema „Jamaika“ aus. Eine Koalition aus Union, FDP und Grünen – das ist etwas ganz Neues. Dementsprechend viel Redebedarf gibt es über ein solches Bündnis, das schon bald vier Jahre lang die Regierungsverantwortung in diesem Land übernehmen könnte. Für Richard David Precht sind das keine guten Aussichten.

Am Dienstagabend erklärte der Bestseller-Autor und Philosoph, warum er so seine Probleme mit dieser Parteienkonstellation hätte. „Die Grünen haben sich mit Göring-Eckardt und Özdemir für Realos entschieden in der Führung. Und die wollen jetzt für den Wahlkampf ihren verdienten Lohn“, erklärte Precht.

Und dann rückt er mit dem eigentlich Grund raus, warum er beim Thema „Jamaika“ so sehr in Rage gerät: „Ich persönlich bedauere es zutiefst, wenn Cem Özdemir Außenminister wird.“ Eine Begründung liefert Deutschlands Denker vom Dienst auch: „Jetzt wird das Amt verpulvert an den Außenminister aufgrund des persönlichen Ehrgeizes eines Menschen.“ Lanz unterbricht seinen Gast daraufhin, fragt nach: „Cem Özdemir meinen Sie?“ Precht: „Ich meine Cem Özdemir.“

Cem Özdemir bald Außenminister? Für Richard David Precht ein Drohszenario. (Bild: dpa)

Man könne keine grüne Außenpolitik machen, so der 52-Jährige. Auch Joschka Fischer habe keine grüne Außenpolitik gemacht. „Grüne Außenpolitik ist ja völliger Quatsch!“, wettert Precht. „Soll man in Peking den Klimawandel ansprechen statt der Menschenrechte? Das ist alles nur Unsinn!“ Und dann plädiert ausgerechnet der liberale Philosoph Precht für Denk- und Handlungsverbote: „So ein Amt darf man als Grüner nie bekleiden wollen oder man ist kein Grüner!“

Vielmehr sollte man bei den Grünen auf das Landwirtschaftsministerium abzielen, doch das würde man im Koalitionspoker an die CSU abgeben müssen, wenn man das Außenministerium für sich reklamiere, so Precht.

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