Piëch besiegelt Abschied aus dem Volkswagen-Imperium

Der Abschied von Großaktionär Ferdinand Piëch aus dem Volkswagen-Imperium ist beschlossene Sache: Wie die Porsche SE Holding am Montag mitteilte, trennt sich der frühere Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzende von Volkswagen von einem Großteil seiner Anteile. Piëch werde den "wesentlichen Teil" der gehaltenen Stammaktien der Porsche SE an "weitere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen", teilte die Porsche SE mit.

Der Mitteilung zufolge wurden die in den vergangenen Wochen geführten Gespräche zwischen den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch am Montag mit der Unterzeichnung von Verträgen abgeschlossen. Porsche SE wollte sich auf Anfrage aber nicht zur genauen Verteilung der Anteile äußern und auch nicht dazu, an welche Familienmitglieder sie gehen sollen.

Piëch bleibt indes über die Ferdinand Karl Beta Privatstiftung weiterhin an Bord: Die Stiftung bleibe "geringfügig mittelbar" an der Porsche SE beteiligt, hieß es. Piëch hielt zuletzt rund 15 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE. Diese wiederum verfügt über 52 Prozent der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern.

Porsche hatte schon vor einigen Tagen mitgeteilt, dass die Eigentümerfamilien Verhandlungen mit dem 79-Jährigen über die Übernahme seiner Aktien führten. Die Übertragung der Aktien muss nun noch von den Kartellbehörden und der Finanzaufsicht mehrerer Länder genehmigt werden. Bis zum Vollzug der Transaktion, für die zunächst kein Zeitraum genannt wurde, bleibt Piëch Aufsichtsratsmitglied der Porsche SE.

Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandschef des Wolfsburger Autokonzerns und anschließend Vorsitzender des Aufsichtsrats, bis er im April 2015 zurücktrat. Hintergrund soll ein Machtkampf mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn gewesen sein, der nach Bekanntwerden der Abgasaffäre bei VW im September 2015 seinen Hut nehmen musste.

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