PIK-Direktor Rockström sieht IPCC-Bericht als Beleg für planetaren Notstand

Deutsche Klimaforscher fordern nach der Veröffentlichung des neuen IPCC-Sonderberichts zur Landnutzung auch in Deutschland dringend entschiedenes Handeln. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, warnte am Donnerstag, "dass sich das Zeitfenster für entschlossene Maßnahmen schnell schließt". Der Bericht des Weltklimarats bestätige, "dass wir vor einem planetaren Notstand stehen".

Im IPCC-Bericht fordern die beteiligten Wissenschaftler weltweit ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. Sie plädieren dafür, die Ausbeutung von Land, die Lebensmittelverschwendung und die CO2-Belastung durch die Landwirtschaft dringend zu reduzieren. Dies sei Voraussetzung dafür, die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft zu ernähren und zugleich das Klima zu schützen.

"Wir müssen aufhören, fossile Brennstoffe zu benutzen. Das ist der einfachste Weg, unser Land zu schützen", forderte zudem der PIK-Forscher für Landmanagement und Ko-Autor des IPCC-Berichts, Alexander Popp. Der ebenfalls an dem Bericht beteiligte PIK-Forscher Prajal Pradhan wies in Potsdam darauf hin, dass der Beitrag der Landnutzung zum weltweiten Treibhausgasaustoß rund ein Drittel betrage, wenn "die Emissionen unserer Lebensmittel vom Acker bis zum Teller" einbezogen werden.