Piloten legen Arbeit nieder - Streik bei Aer Lingus führt zu massiven Flugausfällen – auch Deutschland betroffen

Passagierflugzeuge der Aer Lingus stehen am Fughafen in Dublin, Irland.<span class="copyright">Getty Images/DAVID GANNON</span>
Passagierflugzeuge der Aer Lingus stehen am Fughafen in Dublin, Irland.Getty Images/DAVID GANNON

Piloten der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus fordern mit unbefristeten Streiks mehr Gehalt. Von der Arbeitsniederlegung sind auch Flüge nach Deutschland betroffen.

Die irischen Aer Lingus-Piloten haben im Rahmen eines fortlaufenden Lohnstreits mit Arbeitsniederlegungen begonnen. Wie die BBC berichtet, begannen die Mitglieder der „Irish Air Line Pilot's Association“ (IALPA) den unbefristeten Streik in der Nacht auf Mittwoch.

Aer Lingus offen für Verhandlungen mit Streik-Piloten

Die Fluggesellschaft äußert sich laut BBC enttäuscht darüber, dass das Arbeitsgericht nicht in den Streit eingegriffen habe und die Angelegenheit stattdessen erst im Juli überprüfen werde. Aer Lingus teilte mit, dass man für Gespräche offen bleibe und sich darauf konzentriere, die durch den Arbeitskampf verursachten Störungen für die Kunden zu minimieren.

Zugleich rief die Fluggesellschaft die IALPA dazu auf, die Auswirkungen ihrer fortgesetzten Arbeitsniederlegungen auf Passagiere, das Unternehmen und die irische Wirtschaft zu bedenken.

Die Piloten der Airline wollen von Mittwoch an unbefristet lediglich „Dienst nach Vorschrift“ leisten, ohne dabei weitere Überstunden zu leisten, berichtet „Airliners“. Am 29. Juni wollen sie zudem für acht Stunden komplett die Arbeit niederlegen.

IALPA: „Wir wollen nicht unser Gehalt erhöhen“

Der Präsident der IALPA-Gewerkschaft, Mark Tighe, teilte BBC News mit, dass die derzeitigen Arbeitsniederlegungen stattfinden müssten, weil das Management von Aer Lingus sich weigere, die „Vernünftigkeit unserer kumulierten inflationsbedingten Lohnforderung“ zu sehen.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 24 Prozent. Tighe sagte, ein „akzeptables Angebot" würde das Ende des Arbeitskampfes bedeuten. „Wir wollen nicht unser Gehalt erhöhen, sondern unser Einkommen erhalten“, fügte er hinzu.

Die Piloten seien sehr flexibel gewesen und hätten dafür gesorgt, dass Flugzeuge trotz Verspätungen nach Hause kamen und auch an freien Tagen gearbeitet. Diese Flexibilität sei nun vorbei.

Bereits hunderte Flüge von Aer Lingus abgesagt

Die Gesamtzahl der wegen des Arbeitskampfes abgesagten Flüge sei mittlerweile auf 270 gestiegen, so Aer Lingus gegenüber der BBC.  Die Gewerkschaft plane derzeit laut „Wallstreet Online“ von Mittwoch bis Sonntag jeden Tag 24 Flüge zu streichen.

„Dies betrifft etwa 4000 Kunden pro Tag und 20.000 Kunden im Verlauf der fünf Tage“, erläuterte Aer Lingus. „Die Anzahl der Stornierungen liegt derzeit am unteren Ende der Spanne von 10 bis 20 Prozent.“ Allerdings könne es zu zusätzlichen Stornierungen kommen.

Auch Deutschland von Piloten-Streik betroffen

Nach Angaben der irischen Fluggesellschaft sind auch Flüge nach Deutschland von den anhaltenden Arbeitskämpfen der Piloten betroffen. Gestrichen werden unter anderem Verbindungen nach Berlin, Hamburg und München sowie nach Düsseldorf und Frankfurt. Auch in der Schweiz und Österreich werden Flüge nach Genf und Wien abgesagt.

Die öffentlichen Forderungen führender politischer Persönlichkeiten in der Republik Irland nach einer Lösung des Streits wurden bislang ignoriert. Sowohl der Premierminister (Taoiseach) Simon Harris als auch der stellvertretende Premierminister (Tánaiste) Micheál Martin riefen Aer Lingus und die IALPA zu intensiven Gesprächen auf, um „totales Chaos“ für die Fluggäste zu vermeiden, so die BCC.