Plötzlich kämpft sie — Merkel macht der CDU Mut

Andreas Rinke
GettyImages 658272616 Merkel


50 Minuten spricht Angela Merkel in der Münsterland-Halle.

Mindestens 50-mal reißt sie ihre geballte rechte Faust kämpferisch nach unten. Die CDU-Vorsitzende attackiert - und verblüfft die nordrhein-westfälischen CDU-Delegierten auf dem Landesparteitag. Denn seit Wochen maulen nervöse CDU-Granden, dass die Vorsitzende angesichts des SPD-Höhenflugs unter Kanzlerkandidat Martin Schulz endlich einmal angreifen solle. Noch am Tag nach der Saarland-Wahl hatte Merkel dagegen angekündigt, dass die heiße Wahlkampfzeit im Bund erst im August beginne. Mit dem Koalitionspartner SPD und mit den Grünen als möglichem Partner ging sie eher zurückhaltend um.

Aber am Samstag steht die ansonsten so zurückhaltende Kanzlerin am Pult und greift SPD und Grüne in einer für sie ungewohnten Schärfe an. Am Ende macht sie den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) sogar dafür verantwortlich, durch Versäumnisse in der Kölner Silvester-Nacht „das gesamte Klima in Deutschland gegenüber Flüchtlingen verändert“ zu haben. Ein schwerwiegender Vorwurf aus dem Mund einer Kanzlerin, die gleichzeitig noch einmal verteidigt, syrische Flüchtlinge aufgenommen zu haben — und dafür in Münster großen Applaus der CDU-Delegierten und nur einen einzelnen Pfiff erntet.

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