Plattformarbeit: Beschäftigte fordern bessere Arbeitsrechte

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Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit haben sich Plattformarbeiter:innen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel demonstriert.

Fahrerinnen und Fahrer von Unternehmen wie Uber und Takeaway prangern ein Geschäftsmodell an, das ihre grundlegenden Arbeitsrechte wie bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht garantiert.

Driss Liazidi de la Fuente arbeitet als Fahrer für "Takeaway". Er fordert eine Sozialversicherung, die diesen Namen verdiene, um bei einem Unfall geschützt zu sein. "Wir wollen versichert sein, wie jeder andere auch. Und außerdem möchten wir anständig bezahlt werden. Ich werde bei Takeaway stundenweise bezahlt, aber die anderen werden per Lieferung bezahlt. Manchmal bekommen sie fünf Euro für zwei, drei oder vier Kilometer. Das kann nicht sein."

Die Gewerkschaften wollen der Scheinselbstständigkeit ein Ende setzen. Einige Länder haben bereits Gesetze erlassen – in Spanien, Frankreich oder Italien gab es bereits Urteile zugunsten der Arbeitnehmer:innen.

Jetzt wollen die Gewerkschaften, dass die Europäische Kommission Gesetze erlässt. Und sie haben deutlich gemacht, dass sie die Schaffung einer weiteren Kategorie zwischen Arbeitnehmer:innen und Selbständigen entschieden ablehnen.

Wir sind völlig gegen das Dazwischen, weil wir keinen neuen Status brauchen. Es gibt bereits den des Arbeitnehmers und den des Selbständigen. Wir stellen uns nicht die Frage, ob die Leute Selbständige oder Arbeitnehmer sind. Die Frage ist, wenn ihre tatsächlichen Arbeitsbedingungen so sind, dass sie untergeordnet sind, dann müssen sie Arbeitnehmer sein, und sie müssen deren Rechte bekommen. Ansonsten sind sie Selbständige. Aber es kann nichts dazwischen geben.

Ludovic Voet
Europäischer Gewerkschaftsbund

In Europa gibt es rund 24 Millionen Plattformarbeiter:innen. Die Europäische Kommission hat damit begonnen, Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern von Plattformarbeiter:innen zu führen, um Rechtsvorschriften zu erlassen und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Ein Vorschlag wird bis zum Ende des Jahres erwartet.

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